Rekorde, Rallye, Streikgefahr
Südkoreas Chipwunder läuft heiß, doch plötzlich droht der Produktionsschock
Samsung und SK Hynix treiben Südkoreas Börse auf Rekorde. Nomura sieht weiteres Kurspotenzial. Doch bei Samsung droht ausgerechnet jetzt ein Streik mit globaler Sprengkraft.
- Samsung und SK Hynix treiben Kospi auf Rekorde
- Nomura sieht für Speicheraktien großes Kurspotenzial
- Größter Streik bei Samsung mit globalen Folgen
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Südkoreas Chipwerte setzen ihre Rekordjagd fort. Vor allem Samsung Electronics und SK Hynix treiben den Kospi auf neue Höchststände. Der Leitindex hatte 2025 bereits 75 Prozent gewonnen und liegt im laufenden Jahr nochmals 78 Prozent im Plus.
Nomura sieht weiteres Potenzial. Das Brokerhaus traut Samsung auf Basis der jüngsten Schlusskurse ein Plus von mehr als 110 Prozent zu.
Für SK Hynix erwartet Nomura ein ebsenso großes Aufwärtspotenzial. Die Analysten begründen ihre Kaufempfehlungen mit einem anhaltenden Boom bei Speicherchips für Anwendungen der künstlichen Intelligenz.
Im Zentrum steht High-Bandwidth-Memory, also besonders leistungsfähiger Speicher für Rechenzentren und Hochleistungsanwendungen. Nomura spricht seit dem dritten Quartal 2025 von einem "dreifachen Speicher-Superzyklus", der klassischen Arbeitsspeicher, Hochleistungsspeicher und Solid-State-Laufwerke umfasst. Die Nachfrage steige schneller als die mittelfristig verfügbaren Kapazitäten.
Die Ergebnisse der Unternehmen stützen diese These. SK Hynix verfünffachte seinen Betriebsgewinn im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr. Bei Samsung sprang das operative Ergebnis im selben Zeitraum um mehr als 750 Prozent. Nomura rechnet für Speicheranbieter in den kommenden drei bis fünf Jahren mit einem jährlichen Umsatz- und Gewinnwachstum von rund 30 Prozent.
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Samsung droht schwerer Arbeitskampf
Der Konzern und seine Gewerkschaft wollen am Dienstag weiter verhandeln, um den größten Streik in der Unternehmensgeschichte abzuwenden. Der angekündigte 18-tägige Ausstand soll am Donnerstag beginnen. Mehr als 45.000 Beschäftigte könnten sich beteiligen.
Die Gewerkschaft fordert laut Reuters höhere Boni und will die bisherige Obergrenze von 50 Prozent des Jahresgehalts abschaffen. Zudem sollen 15 Prozent des jährlichen Betriebsgewinns in einen Bonuspool fließen. Samsung habe dagegen neun bis zehn Prozent angeboten, falls der Betriebsgewinn 2026 mehr als 200 Billionen Won erreicht, so die Arbeitnehmervertretung.
Regierung sieht Konflikt mit Sorge
Ein längerer Streik könnte die südkoreanische Wirtschaft, Exporte und Finanzmärkte belasten. Auch globale Lieferketten wären betroffen, da Speicherchips derzeit knapp sind und für Rechenzentren, Smartphones und Laptops dringend benötigt werden. Laut Medienberichten warnten Samsung-Manager bereits vor Verunsicherung wichtiger Kunden wie Nvidia.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
