Fell Off Kandidat
BofA warnt vor weiterem Salesforce-Absturz
Die Bank of America warnt vor neuen Rückschlägen bei Salesforce und zweifelt daran, dass die KI-Strategie den Konzern nachhaltig antreiben kann.
- Bank of America sieht weiteres Abwärtspotenzial
- KI-Initiativen trugen zuletzt unter zwei Prozent
- 39 von 52 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf
- Report: Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Nach einem bereits massiven Kursverlust im laufenden Jahr sieht die Bank of America weiteres Abwärtspotenzial für die Aktie des Cloud-Software-Anbieters Salesforce.
Die Investmentbank nahm die Beobachtung von Salesforce mit der Einstufung "Underperform" wieder auf. Das neue Kursziel lautet 160 US-Dollar. Die Salesforce-Aktie hat seit Jahresbeginn bereits rund 35 Prozent an Wert verloren.
KI-Wandel könnte Salesforce dauerhaft ausbremsen
Analyst Tal Liani zeichnet in seiner aktuellen Einschätzung ein deutlich skeptischeres Bild der Zukunft des Konzerns. Zwar bleibe Salesforce tief in den IT-Strukturen vieler Unternehmen verankert, doch genau diese Position könne im Zeitalter künstlicher Intelligenz zunehmend unter Druck geraten.
"Wir erwarten einen strukturellen Neustart der Wachstumsdynamik durch den KI-Übergang", schrieb Liani in einer Mitteilung. Besonders problematisch seien aus Sicht der Bank drei zentrale Faktoren: ein schwächeres Neukundenwachstum, begrenzte Möglichkeiten für zusätzliche Verkäufe an bestehende Kunden sowie ein bislang wenig überzeugender Weg zur Monetarisierung von KI-Produkten.
Die Bank of America geht deshalb künftig nur noch von einem jährlichen Umsatzwachstum von etwa zehn Prozent aus.
Marc Benioff setzt alles auf KI
Salesforce-Chef Marc Benioff versucht derweil, den Konzern aggressiv auf die neue KI-Ära auszurichten. Das Unternehmen integrierte künstliche Intelligenz zuletzt tief in seine Plattformen und setzt verstärkt auf sogenannte "Agentforce"-Lösungen — KI-gestützte digitale Service-Agenten, die Kundenanfragen automatisiert bearbeiten sollen.
Benioff hatte KI bereits im vergangenen Jahr als zentralen Grund für umfangreiche Stellenstreichungen genannt. Durch den Einsatz neuer Technologien benötigten Unternehmen künftig "weniger Köpfe", erklärte der CEO damals.
Doch genau an diesem Punkt setzt die Kritik der Bank of America an. Die Analysten sehen zwar die strategische Richtung als nachvollziehbar an, zweifeln jedoch an der tatsächlichen wirtschaftlichen Wirkung.
"Agentforce ist strategisch grundsätzlich sinnvoll, weist aber Produktprobleme auf und dürfte nur begrenzten Einfluss haben", schrieb Liani.
Besonders ernüchternd: Laut Bank of America trugen die KI-Initiativen im jüngsten Quartal weniger als zwei Prozent zum Gesamtumsatz von Salesforce bei.
Wall Street bleibt dennoch optimistisch
Mit ihrer vorsichtigen Haltung stellt sich die Bank of America allerdings gegen den breiten Konsens an der Wall Street. Von insgesamt 52 Analysten, die Salesforce derzeit beobachten, empfehlen laut Daten von LSEG weiterhin 39 Experten die Aktie zum Kauf oder stufen sie sogar als "Strong Buy" ein.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

