Trotz US-Sanktionen
Neuer IPO-Coup: China forciert Angriff auf Samsung und Micron
YMTC treibt seine Börsenpläne voran. Trotz US-Sanktionen baut Chinas Speicherchip-Hoffnung Produktion und Marktmacht massiv aus.
- YMTC startet Pre-IPO mit staatlicher Bank CITIC
- Expansion der Produktion trotz US-Handelsrestriktionen
- Kapital für technologischen Aufholsprung sichern
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Chinas führender Hersteller von Flash-Speicherchips treibt seine Börsenpläne voran, wie Reuters berichtet. Der Konzern Yangtze Memory Technologies, kurz YMTC, hat laut einer offiziellen Mitteilung Gespräche zur sogenannten Pre-IPO-Beratung aufgenommen. Dabei begleiten Investmentbanken Unternehmen formal auf dem Weg an die Börse.
Für die Vorbereitung eines möglichen Börsengangs holte sich YMTC die staatliche chinesische Investmentbank CITIC Securities an Bord. Der Schritt gilt als weiteres Signal dafür, dass China seine heimische Halbleiterindustrie trotz westlicher Sanktionen massiv ausbauen will.
Chinas Speicherchip-Branche gewinnt an Tempo
Die IPO-Vorbereitungen von YMTC folgen kurz auf neue Zahlen des chinesischen Konkurrenten Changxin Memory Technologies, kurz CXMT. Das Unternehmen aus Hefei erklärte in einem aktualisierten Börsenprospekt, im vergangenen Jahr erstmals profitabel gearbeitet zu haben. Im ersten Quartal schnellte der Umsatz im Jahresvergleich zudem um mehr als 700 Prozent nach oben.
YMTC und CXMT gelten als wichtigste Hoffnungsträger Chinas im globalen Markt für Speicherchips. Dieser wird bislang vor allem von südkoreanischen und US-amerikanischen Konzernen wie Samsung Electronics, SK Hynix und Micron dominiert.
Expansion trotz US-Sanktionen
Die USA setzten YMTC Ende 2022 auf eine Handelsblacklist. Dadurch wurde der Zugang zu ausländischen Chipproduktionsanlagen stark eingeschränkt. Dennoch baut das Unternehmen seine Produktion weiter aus und setzt zunehmend auf heimische Ausrüster wie Naura.
Der Konzern aus Wuhan produziert NAND-Flash-Speicherchips, die unter anderem in Smartphones und Computern eingesetzt werden. Nach Reuters-Informationen betreibt YMTC derzeit zwei Fabriken mit einer kombinierten monatlichen Kapazität von 200.000 Wafern.
Eine dritte Fabrik in Wuhan soll laut früheren Reuters-Berichten Ende dieses Jahres den Betrieb aufnehmen. Bis 2027 soll das Werk monatlich weitere 50.000 Wafer produzieren können.
Mit dem geplanten Börsengang könnte YMTC frisches Kapital erhalten, um den technologischen Rückstand gegenüber internationalen Marktführern schneller aufzuholen und Chinas Ambitionen in der Halbleiterindustrie weiter voranzutreiben.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

