Jetzt rächt sich die KI-Gier
Speicheraktien brechen ein: Was der Seagate-Chef sagt, macht Anlegern Angst
Speicheraktien gehörten zuletzt zu den heißesten KI-Wetten am Markt. Jetzt kippt die Stimmung plötzlich nach Aussagen des Seagate-Chefs.
- Seagate-Chef sagt neue Fabriken dauern zu lange
- Breiter Ausverkauf drückt Speicheraktien massiv
- Vorsichtige Investitionen sollen Boomzyklen dämpfen
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Die Euphorie rund um KI-Speicheraktien hat am Montag einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Auslöser waren Aussagen von Dave Mosley, Chef des Festplattenherstellers Seagate Technology, der auf einer Konferenz von JPMorgan Chase erklärte, dass es "einfach zu lange dauern" würde, neue Fabriken oder Maschinen aufzubauen, um die explodierende Nachfrage nach Speicherlösungen für künstliche Intelligenz zu bedienen.
Die Aussagen lösten einen breiten Ausverkauf im Speichersektor aus. Die Aktie von Seagate verlor 6,9 Prozent. Auch Micron Technology, SanDisk und Western Digital gerieten deutlich unter Druck und verloren jeweils zwischen 4,9 und 6 Prozent. Am Dienstag geht die Talfahrt vorbörslich weiter.
Mosley betonte, dass Seagate die steigende Nachfrage lieber über technologische Fortschritte als über massive Kapazitätserweiterungen bedienen wolle. Ziel sei es, die Speicherdichte pro Festplatte kontinuierlich zu erhöhen, statt Ressourcen in neue Fabriken umzuleiten. "Wenn wir die Teams abziehen und anfangen würden, neue Fabriken zu bauen oder neue Maschinen einzuführen, würde das einfach zu lange dauern", sagte Mosley. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Nachfrage derzeit "deutlich höher" sei als das verfügbare Angebot.
Die Nervosität am Markt kommt nicht von ungefähr. Speicher- und KI-Aktien waren in den vergangenen Monaten massiv gestiegen, da Investoren auf den weltweiten Ausbau von KI-Rechenzentren und die damit verbundene Nachfrage nach Hochleistungsspeichern setzen. Entsprechend empfindlich reagierte der Sektor nun auf Hinweise, dass die Industrie Schwierigkeiten haben könnte, mit dem Tempo des KI-Booms Schritt zu halten.
Zusätzlichen Druck brachten steigende Anleiherenditen, die zuletzt besonders wachstumsstarke Momentum-Aktien belasteten. Gleichzeitig warnen Marktbeobachter davor, dass westliche Hersteller bei zu zögerlichen Investitionen Marktanteile verlieren könnten. Besonders der chinesische Speicherhersteller Changxin Memory Technologies wächst derzeit stark und bereitet sich Insidern zufolge auf einen Börsengang vor.
Trotz der aktuellen Sorgen sehen einige Analysten die Aussagen von Mosley differenzierter. Eine vorsichtigere Investitionsstrategie könnte langfristig helfen, die extremen Boom-und-Bust-Zyklen der Speicherbranche abzumildern und die Profitabilität stabiler zu halten.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

