Frieden sagen, Krieg kaufen
Tausende Trades im Iran-Krieg: Trump-Konto kaufte Öl, Gold und Rüstungsaktien
Wenige Minuten später wurde die wichtige Handelsroute wieder geöffnet, Brent-Rohöl fiel daraufhin um bis zu 11 Prozent. Der perfekt getimte Mega-Trade schürt neue Sorgen um Insiderwissen und Marktmanipulation.
- Konto auf Trump tätigte im Q1 2026 Tausende Trades
- Verstärkt Öl, Rüstung, Gold und Techwerte gekauft
- Verdacht auf Insiderhandel durch perfekt getimte Käufe
- Report: Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während US-Präsident Donald Trump öffentlich immer wieder beteuerte, der Iran-Krieg werde "bald" enden, wurde über ein auf seinen Namen laufendes Brokerkonto offenbar massiv auf genau jene Branchen gesetzt, die von einer weiteren Eskalation profitieren könnten. Das geht aus neuen Offenlegungen des Office of Government Ethics hervor, die erstmals detaillierte Einblicke in die Handelsaktivitäten eines amtierenden US-Präsidenten geben.
Demnach kaufte der Kontoinhaber während des Konflikts unter anderem Aktien von Exxon Mobil, Chevron, Lockheed Martin und General Dynamics – also Unternehmen aus den Bereichen Öl, Rüstung und Luftfahrt, die typischerweise von geopolitischen Krisen profitieren. Gleichzeitig wurden verstärkt Gold, Staatsanleihen und Bargeld aufgebaut, während Trump öffentlich erklärte, der Krieg sei unter Kontrolle und werde bald enden.
Besonders auffällig war der 23. März. Nachdem Trump dem Iran zunächst ein Ultimatum gestellt hatte, verkündete er wenige Tage später überraschend Fortschritte bei Gesprächen mit Teheran. Die Märkte reagierten sofort: Ölpreise brachen ein, Energieaktien gerieten unter Druck, die Wall Street atmete auf. Ausgerechnet an diesem Tag kaufte das auf Trump laufende Konto verstärkt Öl- und Rüstungswerte.
Laut den veröffentlichten Unterlagen wurden allein im ersten Quartal 2026 insgesamt 3.642 Transaktionen über das Konto abgewickelt – mit einem Volumen zwischen 220 und 750 Millionen USDollar. Experten sprechen von einem historischen Vorgang. "Ich habe mir alle Präsidenten angesehen", sagte Richard Painter, ehemaliger Ethikberater von George W. Bush, gegenüber Fortune. "Ich glaube nicht, dass wir jemals einen Präsidenten hatten, der an der Börse gehandelt hat."
Die Trump Organization weist den Vorwurf möglicher Interessenkonflikte zurück. Die Konten würden vollständig von externen Finanzinstituten verwaltet, Trump und seine Familie hätten keinen Einfluss auf einzelne Handelsentscheidungen. Gleichzeitig werfen die Dokumente neue Fragen auf. Mehrere Transaktionen wurden als "unaufgefordert" gekennzeichnet – ein Begriff, der üblicherweise bedeutet, dass der Kunde den Handel selbst initiiert hat.
Neben Öl-, Gold- und Rüstungswerten handelte das Konto auch massiv mit den sogenannten "Magnificent Seven"-Aktien. Besonders stark aufgestockt wurden dabei Apple und Alphabet, während bei Tesla
netto verkauft wurde. An einzelnen Tagen bewegte das Konto laut Offenlegung zweistellige Millionenbeträge in Aktien von Amazon, Microsoft und Nvidia.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

