Tschechische Rüstungsperle
"Enorm unterbewertet": Deshalb dreht Rüstungsaktie CSG jetzt plötzlich auf!
Gemeinsam mit den Aktien von Rheinmetall und Co. standen zuletzt auch die Anteile von CSG unter Druck. Jetzt sorgen die Quartalszahlen für neuen Schwung.
- CSG seit IPO unter Verkaufsdruck, Aktie sehr tief
- Quartalszahlen: Umsatz, EBIT und Gewinn verbessert
- Positiver Ausblick, starke Munitionsproduktion geplant
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CSG gefangen im Abwärtssog deutscher Rüstungswerte
Begleitet von großer Aufmerksamkeit ist Ende Januar die Czechoslovak Group (CSG) an die Börse gegangen. Erstens handelt es sich bei dem ursprünglich als Schrotthändler gegründeten Unternehmen um einen rüstungsnahen Wert mit Kompetenzen im Bereich Verteidigungstechnologie und zweitens handelte es sich um den bislang größten Börsengang eines tschechischen Unternehmens. Zu einem Ausgabepreis von 25 Euro war CSG mit 25 Milliarden Euro bewertet.
Seither entwickelte sich das Papier allerdings für Anlegerinnen und Anleger nicht zufriedenstellend. Gemeinsam mit anderen europäischen Verteidigungswerten, darunter auch Rheinmetall, Renk und Hensoldt, stand die Aktie in den vergangenen Wochen unter anhaltendem Verkaufsdruck. Zuletzt ist sie mit Kursen um 16 Euro deutlich unter den IPO-Preis zurückgefallen.
Aktie dreht nach starken Quartalszahlen auf
Am Mittwoch ist die Aktie jedoch gefragt, sie kann mit einem Plus von 11 Prozent den europäischen Verteidigungssektor deutlich outperformen. Ursache hierfür sind die am Morgen vorgelegten Zahlen.
Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse um 13,8 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zu. Damit gelang den Tschechen ein höheres Umsatzwachstum als zuletzt Rheinmetall. Etwas weniger stark legte mit einem Plus von 8,7 Prozent jedoch das operative EBIT zu, das auf 372 Millionen Euro verbessert werden konnte. Eine Marge von 24,1 Prozent unterstreicht hohe Profitabilität.
Auch der Nettogewinn konnte deutlich gesteigert werden. Dieser verzeichnete einen Anstieg von 158 auf 299 Millionen Euro und damit ein Plus von 89,2 Prozent. Der freie Cashflow ist mit einem Minus von 117 Millionen Euro zwar weiterhin negativ, konnte gegenüber dem Vorjahresergebnis von -513 Millionen Euro aber signifikant gesteigert werden.
Ausblick gefällt, Munitionsgeschäft soll deutlich ausgebaut werden
Der für 2026 vorgelegte Ausblick konnte Investoren überzeugen. CSG rechnet mit Erlösen in Höhe von 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro, die bereinigte EBIT-Marge soll mit 24 bis 25 Prozent geringfügig verbessert werden können. Mittelfristig plant das Unternehmen hier mit einer Steigerung auf 26 bis 28 Prozent. Die Erlöse sollen über das laufende Geschäftsjahr hinaus mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) im mittleren Zehnprozentbereich gesteigert werden.
Hierbei soll das Geschäft mit Artillerie- und Panzermunition eine gewichtige Rolle spielen. Für 2026 plant CSG mit 850.000 Schuss nach 550.000 im Geschäftsjahr 2025. Bis 2028 sollen dann unternehmensweit 1,1 Millionen Stücke Munition hergestellt werden, wovon 900.000 auf Artillerie- und 200.000 Schuss auf Panzermunition entfallen sollen. Darüber hinaus will CSG jährlich 250.000 Mörsergranaten und 400.000 Schuss mittleren Kalibers herstellen.
Damit wächst hier ein gegenüber Rheinmetall ebenbürtiger Munitionshersteller heran, nachdem die Düsseldorfer zuletzt zum größten Hersteller von Artilleriemunition der Welt aufgestiegen sind.
CSG startet Erholungsrallye, zweistellige Kursgewinne
Die starken Zahlen sowie der zuversichtliche Ausblick werden von Anlegerinnen und Anlegern begeistert aufgenommen. Am Handelsplatz in Amsterdam, wo CSG zugunsten einer höheren internationalen Sichtbarkeit an die Börse gegangen ist, legte die Aktie am Mittwochvormittag um knapp 11 Prozent zu. Damit erreicht sie den höchsten Stand seit fast einem Monat.
Besonders beeindruckt vom Zahlenwerk zeigte sich David Perry von der US-Großbank JP Morgan. Er sprach von einer "enormen Unterbewertung" und verwies auf ein hohes Kurspotenzial. Er selbst hat die Aktie mit einem Kursziel von 40 Euro versehen. Perry gilt laut TipRanks, einem Vergleichsportal für Wall-Street-Expertinnen und -Experten als sehr zuverlässiger Analyst.
Fazit: Da ist noch viel Platz nach oben!
Selbst nach den zweistelligen Kursgewinnen ist die Aktie mit einem KGVe 2026 von 16,2 und von 12,6 für 2027 äußerst attraktiv bewertet – gerade auch gegenüber deutschen und europäischen Mitbewerbern. Gleichzeitig ist das Kurs-Gewinnwachstum (PEG) hier mit 0,4 und 0,5 noch günstiger, zumal CSG im abgelaufenen Quartal anders als Rheinmetall bewiesen hat, seinen Auftragsbestand tatsächlich in eine spürbare Wachstumsbeschleunigung verwandeln zu können.
Anlegerinnen und Anleger, die nach einem aussichtsreichen und gleichzeitig attraktiv bewerteten Rüstungsunternehmen sind, können bei CSG selbst nach den zweistelligen Kursgewinnen vom Mittwochvormittag zugreifen. Auch über JP Morgan hinaus sind Analystinnen und Analysten mehrheitlich optimistisch und sehen angesichts eines durchschnittlichen Kursziels von 35,40 Euro ein Potenzial von 85,3 Prozent.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
Die CSG Czechoslovak Group Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +10,84 % und einem Kurs von 19,20EUR auf Tradegate (20. Mai 2026, 11:03 Uhr) gehandelt.

