Aktie bereit zum Absprung!
Wie Siemens zum heimlichen KI-Gewinner werden könnte
Siemens hat still und leise mehr als 150 KI-Produkte auf den Markt gebracht. Dennoch handelt die Aktie mit 20 Prozent Abschlag zu Branchenrivalen. Das könnte sich bald ändern.
- Siemens verfügt über 45 Millionen installierte Geräte
- Aktie handelt rund 20 Prozent unter Branchenvergleich
- Konzern reservierte über eine Milliarde Euro für KI
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Siemens gilt unter Investoren als träger Industriekoloss. Doch hinter der Fassade des Münchner Konzerns steckt nach Einschätzung der Analysten von Bernstein einer der am besten positionierten Profiteure der nächsten KI-Welle.
Die Analysten stufen die Aktie mit "Outperform" ein und sehen das Kursziel bei 300 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 16 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs von 258 Euro. Die entscheidende These: Während die erste KI-Welle vor allem Rechenzentren und Chip-Hersteller beflügelte, könnte die nächste Phase direkt in die Fabrikhallen führen – und dort ist Siemens tief verwurzelt.
"Siemens ist in einer hervorragenden Position, um eigene, hochwertige KI-Lösungen zu entwickeln, da das Unternehmen über eine der weltweit größten installierten Hardware-Basen verfügt", schreibt
Bernstein-Analyst Alasdair Leslie. "Siemens ist weltweit die Nummer 1
bei Automatisierungsprodukten und -systemen, mit über 45 Millionen installierten Automatisierungs- und Antriebsgeräten – die jede dritte Maschine weltweit steuern."
Diese riesige Hardware-Basis sei kein Relikt der Vergangenheit, sondern das Fundament für eine neue Generation industrieller KI: Systeme, die nicht mehr nach festen Regeln arbeiten, sondern ihre Umgebung wahrnehmen, Entscheidungen treffen und sich eigenständig anpassen.
Seit 2023 hat Siemens annähernd 200 KI-Innovationen auf den Markt gebracht, darunter Copiloten für die Ingenieurssoftware TIA Portal sowie autonome Agenten für Chip-Design und Fertigungsplanung. Für die kommenden drei Jahre hat der Konzern mehr als eine Milliarde Euro allein für KI-Entwicklung reserviert. Dazu kommen eine langjährige Partnerschaft mit Nvidia – die mittlerweile auf ein gemeinsames industrielles KI-Betriebssystem für Fabriken zielt – sowie eine Zusammenarbeit mit Microsoft im Bereich Automatisierungscode und Wartung.
Die Bewertung hinkt dem Potenzial hinterher: Siemens handelt derzeit mit rund 20 Prozent Abschlag gegenüber dem europäischen Elektrotechnik-Peergroup-Durchschnitt. Bernstein macht dafür zwei Faktoren verantwortlich: den Bewertungsüberhang durch die noch nicht vollzogene Abspaltung der Medizintechnik-Tochter Healthineers und eine pauschale Marktstimmung gegen Softwareunternehmen, die seit Anfang 2026 auch Industriewerte erfasst hat.
Im Bullenszenario trauen die Analysten der Digital-Industries-Sparte bis 2030 ein organisches Umsatzwachstum von 11 Prozent jährlich zu. Das operative Ergebnis könnte dann mehr als 30 Prozent über den aktuellen Markterwartungen liegen. Für Investoren könnte Siemens damit genau das sein, was die Analysten eine "gespannte Feder" nennen: viel Energie, noch kein Abflug.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Siemens Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,21 % und einem Kurs von 259,8EUR auf Tradegate (20. Mai 2026, 10:48 Uhr) gehandelt.
