Jetzt wird Krieg richtig teuer
Rheinmetall will 500 Millionen Euro von Anlegern
Der Rüstungskonzern bereitet laut Bloomberg seine erste öffentliche Anleihe seit 2010 vor. Mit dem frischen Geld soll Europas Aufrüstungsboom weiter finanziert werden.
- Rheinmetall plant 500 Mio Euro Anleihe zur Finanzierung
- Europas Aufrüstung treibt Investitionen in Luftabwehr
- Emission begleitet von Banken mit möglicher Baa1
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Rheinmetall bereitet laut einem Bericht von Bloomberg seine erste öffentliche Anleiheemission seit fast 16 Jahren vor. Deutschlands größter Rüstungskonzern spricht demnach mit Investoren über die Platzierung einer vorrangigen, unbesicherten fünfjährigen Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro. Offiziell äußerte sich das Unternehmen dazu zunächst nicht.
Der Schritt kommt in einer Phase, in der Europas Verteidigungsindustrie massiv wächst. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 haben Deutschland und andere NATO-Staaten ihre Militärausgaben deutlich erhöht. Gleichzeitig drängt das Militärbündnis europäische Rüstungskonzerne dazu, ihre Investitionen auszuweiten und die Produktion schneller hochzufahren – insbesondere bei Luftabwehrsystemen und Langstreckenwaffen.
Für Rheinmetall wäre es die erste klassische öffentliche Anleihe seit dem Jahr 2010. Zwar hatte der Konzern in den vergangenen Jahren unter anderem Wandelanleihen und Schuldscheindarlehen genutzt, eine reguläre öffentliche Bond-Emission blieb jedoch aus. Die nun geplante Platzierung könnte Investoren einen weiteren Hinweis darauf liefern, wie stark Rheinmetall seine Expansion in den kommenden Jahren vorantreiben will.
Die Nachfrage nach Rüstungswerten war in den vergangenen Jahren enorm. Rheinmetall profitierte massiv vom weltweiten Aufrüstungsboom, die Aktie stieg zeitweise auf Rekordniveaus. Nach dem Hoch im vergangenen September geriet der Kurs allerdings deutlich unter Druck. Anleger sorgten sich zuletzt zunehmend darum, dass die Bewertungen im Verteidigungssektor den tatsächlichen Gewinnentwicklungen zu weit vorausgelaufen sein könnten.
Hinzu kommen neue Debatten über die Zukunft klassischer Waffensysteme. Einige Investoren stellen angesichts der wachsenden Bedeutung von Drohnen und moderner Kriegstechnologie infrage, wie stark künftig noch auf schwere gepanzerte Fahrzeuge gesetzt wird. Trotzdem bleibt Rheinmetall einer der zentralen Profiteure der europäischen Aufrüstungspolitik.
Begleitet wird die mögliche Emission unter anderem von UniCredit, Commerzbank, Deutsche Bank und Société Générale. Laut Bloomberg könnte die Anleihe von Moody’s mit "Baa1" bewertet werden. Das entspricht einer vergleichsweise soliden Bonität im Investment-Grade-Segment.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

