Nach Gold kommt die Gier
Aluminium: Die beste Kaufchance seit mehr als 50 Jahren, sagt Citi
Der Iran-Krieg und die Hormus-Krise treiben den Markt laut Citi in ein historisches Defizit. Aluminium könnte jetzt auf 4.000 US-Dollar steigen.
- Irankrieg und Hormuskrise treiben Aluminiumdefizit
- Citi sieht Aluminiumpreis bald bei 4.000 US-Dollar
- Defizit 2,7 Mio Tonnen, China Kapazitäten limitiert
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Die Analysten der Citigroup sehen für Aluminium derzeit das bullishste Marktumfeld seit mehr als 50 Jahren. Hintergrund sind massive Angebotsprobleme infolge des Iran-Kriegs und der anhaltenden Störungen rund um die Straße von Hormus. Laut Citi könnten die Aluminiumpreise deshalb schon in den kommenden Monaten auf 4.000 US-Dollar pro Tonne steigen.
Am Dienstag lag der Aluminiumpreis an der London Metal Exchange bei rund 3.600 US-Dollar, nachdem das Metall zuletzt bereits ein Vierjahreshoch erreicht hatte. Citi-Analyst Wenyu Yao erwartet nun, dass die Preise in der zweiten Jahreshälfte 2026 durchschnittlich bei etwa 4.000 US-Dollar liegen werden. In einem besonders bullishen Szenario seien 2027 sogar durchschnittlich 5.350 US-Dollar pro Tonne möglich.
Auslöser der Rallye ist laut den Analysten ein historischer Angebotsschock. Mehrere Aluminiumhütten im Nahen Osten mussten ihre Produktion wegen des eskalierenden Konflikts im Iran reduzieren oder zeitweise einstellen. Gleichzeitig blockiert die Krise wichtige Lieferwege in der Region. Besonders schwer wiegt dabei die Straße von Hormus, über die ein großer Teil des weltweiten Rohstoffhandels abgewickelt wird.
Citi geht davon aus, dass der globale Aluminiummarkt in diesem Jahr trotz schwächerer Nachfrage ein Defizit von rund 2,7 Millionen Tonnen aufweisen wird. Anders als in früheren Krisen könne der
Markt das Problem diesmal kaum selbst ausgleichen. Vor allem China, das inzwischen fast 60 Prozent der weltweiten Aluminium-Nachfrage ausmacht, verfüge nicht mehr über dieselbe Fähigkeit wie
früher, schnell große zusätzliche Produktionskapazitäten aufzubauen.
"Im Gegensatz zu früheren Abschwüngen, bei denen eine schwächere Nachfrage und eine spätere Rationalisierung des Angebots den Markt entspannten, ist der aktuelle Schock angebotsgetrieben und ein Großteil des Schadens ist bereits angerichtet", schrieb Yao in einer Mitteilung.
Die Analysten sehen deshalb selbst bei einer schwächeren Weltwirtschaft nur begrenztes Abwärtspotenzial für den Aluminiumpreis. Erst eine schwere Rezession könnte den Markt laut Citi wieder entspannen.
Von der Entwicklung profitieren bereits zahlreiche Rohstoff- und Bergbauwerte. Der Aluminiumproduzent Alcoa legte seit Jahresbeginn deutlich zu. Auch ETFs auf den Metall- und Minensektor verzeichneten kräftige Gewinne.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Aluminium wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,46 % und einem Kurs von 3.639PKT auf Ariva Indikation (20. Mai 2026, 15:13 Uhr) gehandelt.

