Nebenwerte
Lithiumsektor dreht auf: Albemarle, SQM, Q2 Metals, Lithium Africa und Vulcan Energy ziehen Kapital an
Der Lithiumsektor wirkt plötzlich wieder lebendig. Nach dem harten Einbruch ab 2022 galt das Batteriemetall lange als verbrannt. Projekte wurden gestoppt, Finanzierungen verschoben und viele Explorer verschwanden aus dem Blickfeld. Jetzt kehrt das Kapital zurück in den Sektor. Die Preise haben sich deutlich erholt, die Nachfrage wächst weiter und Profi-Investoren suchen wieder nach lukrativen Lithiumprojekten.
Lithiumpreise erholen sich nach Absturz
Die Preisentwicklung zeigt, wie schnell sich das Bild gedreht hat. In Shanghai werden aktuell 191.500 CNY je Tonne Lithiumcarbonat bezahlt. Das entspricht rund 28.000 USD je Tonne und liegt damit deutlich über den Tiefständen des vergangenen Jahres.
Die Nachfrage kommt inzwischen aus mehreren Bereichen. Neben Elektroautos sorgen Batteriespeicher, Rechenzentren, Robotik und künstliche Intelligenz für zusätzlichen Bedarf. Die globale Lithiumnachfrage erreichte 2025 rund 1,6 Mio. Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent. Das waren 30 % mehr als im Vorjahr. Der US-Chemiekonzern Albemarle (ISIN: US0126531013, WKN: 890167) erwartet bis 2030 eine jährliche Nachfrage von bis zu 3,7 Mio. Tonnen LCE. Auch der chilenische Lithiumproduzent SQM (ISIN: US8336351056, WKN: 895007) rechnet mit einem ähnlichen Bedarf.
Crash hat Angebot ausgebremst
Der wichtigste Unterschied zum Boom von 2021 und 2022 liegt auf der Angebotsseite. Damals kamen viele Projekte gleichzeitig an den Markt. Heute agieren die Unternehmen vorsichtiger. Der Preisverfall hat Spuren hinterlassen.
ETF-Shares-CIO David Tuckwell verweist darauf, dass Lithium fast zwei Jahre lang unter den Förderkosten gehandelt wurde. Die Folgen sind sichtbar. Neue Projekte wurden verschoben, Machbarkeitsstudien seltener und mehrere Produzenten kürzten ihre Investitionspläne. Albemarle bremste unter anderem bei der Lithiumhydroxidanlage Kemerton in Australien. In China wurden Genehmigungen eingefroren, während Simbabwe ausländische Unternehmen zu Investitionen in lokale Weiterverarbeitung verpflichtete.
Dadurch wächst das Angebot deutlich langsamer als im vergangenen Zyklus. Mehrere Investmentbanken rechnen inzwischen mit einer Unterversorgung. JP Morgan und die UBS erwarten trotz konservativer Annahmen Defizite. Morgan Stanley prognostiziert allein für 2026 eine Lücke von rund 80.000 Tonnen LCE.
Q2 Metals wirbt 60- 70 Mio. CAD für Cisco-Projekt in Quebec ein
Der kanadische Lithiumexplorer Q2 Metals (ISIN: CA74739G1072, WKN: A3D4CR) hat die aktuelle Branchenphase genutzt. Ende April vereinbarte das Unternehmen eine Privatplatzierung über mindestens 60 Mio. CAD. Durch Optionen kann das Volumen auf 70 Mio. CAD steigen. Für einen Lithiumexplorer ist das bemerkenswert. Finanzierungskapital fließt wieder in den Sektor, allerdings deutlich selektiver als noch vor einigen Jahren. Investoren konzentrieren sich vor allem auf Projekte mit Größe, Ressource und klarer Entwicklungsstrategie.

