Peking greift durch
China verbietet Nvidia-Chip während Huang zu Besuch ist
Während Jensen Huang beim Trump-Gipfel in Peking dinierte, setzte China still einen Nvidia-Chip auf die Sperrliste. Ein Signal mit Sprengkraft für den weltgrößten Chipkonzern.
- China sperrt Nvidias RTX 5090D V2 während Huang
- H200 und H20 bleiben für Alibaba und Tencent tabu
- China fördert Huawei und setzt auf Abschottung
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Wie die Financial Times am Mittwoch exklusiv meldet, hat die chinesische Zollbehörde Nvidias RTX 5090D V2, eine Grafikkarte für den chinesischen Massenmarkt, als verbotenes Importgut eingestuft. Der Zeitpunkt war kaum zufällig: Huang befand sich zu diesem Zeitpunkt als Teil der US-Delegation beim diplomatischen Gipfel mit Donald Trump in Peking.
Der Chip war ursprünglich im August vergangenen Jahres eingeführt worden, um strengen US-Exportbeschränkungen zu genügen. Zielgruppe waren chinesische Gamer und 3D-Grafiker. Doch weil KI-Entwickler, die vom Zugang zu leistungsstärkeren Nvidia-Produkten abgeschnitten sind, den Chip ebenfalls nutzten, wurde er für Peking zum Problem. China will den Rückstand heimischer Hersteller wie Huawei und Cambricon gegenüber US-Konkurrenten aufholen und setzt konsequent auf Abschottung.
Nvidia selbst hatte im Geschäftsjahr 2025 noch Chips im Wert von über 17 Milliarden US-Dollar im chinesischen Markt abgesetzt, fast ausschließlich H20-Modelle.
Auch Nvidias H200 und das ebenfalls für China zugeschnittene Modell H20 dürfen trotz einer Freigabe durch die Trump-Regierung nicht von chinesischen Technologiekonzernen wie Alibaba und Tencent gekauft werden. Trump sagte nach dem Peking-Besuch an Bord der Air Force One, China habe den Kauf der H200-Chips bewusst abgelehnt, weil das Land eigene Kapazitäten entwickeln wolle.
Die Strategie zeigt Wirkung: Huawei dürfte in diesem Jahr den größten Anteil am chinesischen KI-Chip-Markt auf sich vereinen, mit einem Umsatzwachstum von mindestens 60 Prozent. Morgan Stanley schätzt den Gesamtmarkt für KI-Chips in China bis 2030 auf rund 67 Milliarden US-Dollar, wobei 86 Prozent auf einheimische Anbieter entfallen sollen. Aktuell liegt der Marktwert bei rund 21 Milliarden US-Dollar aus inländischer Produktion.
Wie nachhaltig dieses Geschäft noch ist, wird sich am Mittwochabend zeigen, wenn Nvidia seine Quartalszahlen vorlegt. wallstreetONLINE berichtet live von den wichtigsten Earnings der Woche.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die NVIDIA Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,35 % und einem Kurs von 192,7USD auf Tradegate (20. Mai 2026, 15:29 Uhr) gehandelt.
