Halbleiter & KI
Goldman-Manager warnt: Der hohe Hebel im System ist der Haken
Ein Manager von Goldman Sachs warnt davor, dass ein hoher Verschuldungsgrad am Markt zu Volatilität in den Bereichen künstliche Intelligenz und Halbleiter führen könnte.
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Shawn Tuteja, Managing Director für den Handel mit ETFs und kundenspezifischen Portfolios, erklärt im aktuellen Podcast Goldman Sachs – The Markets, dass der Markt das Potenzial für Volatilität in beide Richtungen unterschätzt.
"Was mir derzeit am Markt, insbesondere im Bereich Halbleiter und KI, etwas mehr Sorgen bereitet, ist der hohe Hebel im System. Es wurden viele gehebelte ETF-Produkte aufgelegt, die ein zwei- oder dreifaches Engagement im Halbleitersektor ermöglichen. Diese Produkte sind im Wesentlichen sogenannte Short-Gamma-Produkte. Das bedeutet, dass sie, um ihren Hebel bei steigenden Kursen des Basiswerts konstant zu halten, beim Rebalancing große Mengen kaufen und bei fallenden Kursen große Mengen verkaufen müssen."
Seine Einschätzung zum Marktgeschehen lässt sich auch auf das Phänomen der sogenannten Phantomrallye übertragen. Einfach gesagt: Der Markt steigt ohne Käufer.
"Und deshalb bereitet mir Folgendes Sorgen: Mit steigender Verschuldung und zunehmender Positionierung und Risikobereitschaft kann es passieren, dass fundamentale negative Entwicklungen eintreten und eine Aktie eigentlich um 3 Prozent fallen sollte. Aufgrund der vielen selbstverstärkenden Kräfte am Markt können sich diese 3 Prozent jedoch sehr schnell in 10 Prozent verwandeln – nach unten hin. Genau wie wir es auch schon nach oben erlebt haben."
Bis jetzt war die Rallye am Markt genau von dem umgekehrten Szenario getragen; Tuteja warnt davor, dass sich das Blatt auch genauso schnell wenden kann. Von einer KI-Blase geht er aber nicht aus.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

