Platin: Da ist Druck im Kessel
Platinpreis vor Ausbruch? Warum Platin jetzt Gold und Silber überholen könnte
Steht der Platinpreis vor dem Ausbruch? Das Nachholpotenzial gegenüber Gold und Silber scheint gewaltig zu sein. Eine Bewegung wie Ende 2025 ist durchaus möglich – wenn die Rahmenbedingungen passen.
- Platin steht kurz vor möglichem Ausbruch 2025
- Strukturelles Platindefizit stärkt den Preis
- Anleiherenditen und Dollar entscheiden über Rallye
- Report: Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Platinpreisentwicklung aktuell – Noch im Schatten von Gold, Silber und Kupfer
Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Metalle eine entscheidende Phase durchlaufen. So befindet sich der Silberpreis an einem potenziellen Wendepunkt. Der Kupferpreis kommt nach einer kleinen Verschnaufpause wieder in Schwung. Explodiert Kupfer jetzt? Und auch Gold könnte vor dem Ende der Korrektur stehen. Zwar musste das Edelmetall zuletzt den einen oder anderen Rücksetzer verkraften, doch die Comebackqualitäten von Gold überzeugen und lassen hoffen.
Bleibt noch Platin. Der Platinpreis scheiterte zuletzt mit dem Versuch, die 2.200 US-Dollar aufzubrechen. Gewinnmitnahmen kamen auf und drückten den Preis wieder unter die 2.000er Marke. Nach dem Rücksetzer unter die 2.000 US-Dollar stand ein Abverkauf zu befürchten. Dieser blieb aus. Platin hielt den Kontakt zur 2.000er Marke und setzt diese nunmehr wieder unter Druck. Ist das der erste Schritt in Richtung Preisrallye?
Platin im Defizit – das stützt den Preis
In der letzten Platinkommentierung thematisierten wir das strukturelle Defizit im Platinmarkt. Das World Platinum Investment Council hatte kurz zuvor ein Update zur Prognose für 2026 veröffentlicht. Kurz noch einmal zusammengefasst: Ursprünglich hatte das WPIC für 2026 nach drei Defizitjahren einen ausgeglichenen Markt erwartet, ehe dieser ab 2027 wieder in ein Defizit kippen sollte. In der aktualisierten Prognose sieht das WPIC für 2026 nun ebenfalls ein Defizit in Höhe von 297.000 Unzen Platin.
Anleiherenditen und US-Dollar im Blick
Die Situation im Nahen und Mittleren Osten hat noch nichts von ihrer Brisanz verloren. Das belastet neben den Edelmetallen auch Dax, Dow Jones Ind. & Co. Von der nach wie vor undurchsichtigen Lage profitieren die Ölpreise – Brent Öl und WTI Öl legten zuletzt wieder zu – und nicht zuletzt auch die Anleiherenditen. So kämpften sich unter anderem die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen zwischenzeitlich wieder auf 4,5 Prozent nach oben. In deren Schlepptau legte der wichtige US-Dollar-Index auf über 99 Punkte zu. Damit ist er nur noch wenige „Meter“ von den eminent wichtigen 100 Punkten entfernt. Ein Vorstoß des US-Dollar-Index über die 100 Punkte könnte eine neue Aufwärtsbewegung einleiten. Kurzum: Sowohl Anleiherenditen als auch US-Dollar-Index mahnen noch zur Vorsicht.
Ratios weisen für Platin unverändert enormes Nachholpotenzial aus
Platin weist im Vergleich zu Gold und Silber enormes Nachholpotenzial auf. Dazu lohnt ein Blick auf die Ratios. Im Vergleich zur letzten Betrachtung hat sich hier wenig getan. Der Platinpreis notiert aktuell bei 1.973 US-Dollar, Gold bei 4.535 US-Dollar und Silber bei 76,5 US-Dollar. Somit ergibt sich für die Gold-Platin-Ratio ein Wert von 2,30 und für die Platin-Silber-Ratio ein Wert von 25,8. Als langfristig relevante Durchschnittswerte gelten für die Gold-Platin-Ratio 1 und für die Platin-Silber-Ratio 75.
Platinpreis vor dem Ausbruch?
Bricht man die aktuelle Gemengelage auf die charttechnischen Aspekte herunter, dann steht Platin unmittelbar vor einem Ausbruch. Die entscheidenden Marken lauten 2.000 US-Dollar und 2.200 US-Dollar. Sollte das Unterfangen gelingen, könnte es für Platin rasch in Richtung 2.450 US-Dollar und 2.920 US-Dollar gehen. Die zentrale Unterstützung ist in den Bereich von 1.770 US-Dollar zu verorten. Sollte es für den Platinpreis darunter gehen, würde eine Neubewertung der Lage notwendig werden.
Das Aufwärtspotenzial dürfte jedoch nur abgerufen werden, sollten Anleiherenditen weiter nachgeben und der US-Dollar nicht weiter Fahrt aufnehmen. Vor diesem Hintergrund sei an die zahlreichen Konjunkturdaten erinnert, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Zwei potenzielle Katalysatoren sollte man dabei herausheben – die Veröffentlichung des Beige Books der Fed am morgigen Mittwoch sowie die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für Mai am Freitag. Innerhalb der Arbeitsmarktzahlen hat die Entwicklung der Stundenlöhne als Gradmesser für die Inflation eine große Bedeutung.
erstellt am 02. Juni 2026 | 11:00 Uhr
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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