Fokus auf WWDC 2026
Smartphone-Markt bricht ein – Apple hat den entscheidenden Vorteil
Der Smartphone-Markt steht vor einem historischen Einbruch. Doch Apple wirkt besser gerüstet als viele Rivalen. Der iPhone-Hersteller könnte mit Intel und KI-Fantasie punkten.
- Smartphone-Markt droht 2026 Einbruch durch Chips
- Apple stabiler dank Premiummarkt und Ökosystem
- Intel-Deal und KI bei WWDC könnten Upgrade anstoßen
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Der Smartphone-Markt steuert auf eines der schwierigsten Jahre seiner Geschichte zu. Nach aktuellen Prognosen könnten die weltweiten Auslieferungen 2026 um rund 14 Prozent auf etwa 1,08 bis 1,09 Milliarden Geräte fallen. Das wäre der stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen.
Hauptgrund ist die Knappheit bei Speicherchips. Rechenzentren für künstliche Intelligenz benötigen enorme Mengen an Speicher. Dadurch steigen die Kosten für eine zentrale Smartphone-Komponente deutlich. Besonders Hersteller im unteren und mittleren Preissegment geraten dadurch unter Druck.
Apple steht in diesem Umfeld vergleichsweise stark da. Der Konzern verkauft vor allem im Premiumsegment und kann höhere Preise besser durchsetzen als viele Anbieter günstiger Android-Geräte. International Data Corporation erwartet bei Apple zwar ebenfalls sinkende iPhone-Auslieferungen. Der Rückgang dürfte aber deutlich geringer ausfallen als bei Android, wo ein Minus von rund 20 Prozent möglich ist.
Counterpoint rechnet sogar damit, dass Apples iPhone-Auslieferungen 2026 stabil bleiben und im kommenden Jahr wieder um fünf Prozent steigen könnten. Der Konzern profitiert dabei nicht nur vom iPhone, sondern auch von seinem Ökosystem aus Mac, iPad, Apple Watch, iCloud, Apple Pay, AppleCare und App Store. Rund die Hälfte des Umsatzes generiert Apple durch iPhone-Verkäufe.
Strategisch wichtig könnte ein möglicher Schulterschluss mit Intel werden. Beide Unternehmen haben eine vorläufige Vereinbarung getroffen, nach der Intel künftig einige Chips für Apple-Geräte fertigen könnte. Apple würde seine wichtigsten Chips aber weiter selbst entwickeln. Intel wäre in diesem Fall vor allem Auftragsfertiger für Apple-designte Halbleiter.
Geopolitisch und industriell bedeutsam
Apple ist bei modernsten Chips stark von Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) abhängig. Dessen Kapazitäten sind jedoch stark gefragt, unter anderem von Nvidia und Advanced Micro Devices (AMD). In einer Welt knapper Chipkapazitäten wird eine breitere Lieferkette zum Wettbewerbsvorteil.
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Für Apple rückt nun auch die Worldwide Developers Conference (WWDC) am 8. Juni in den Fokus. Analysten erwarten neue Funktionen rund um künstliche Intelligenz. Der Konzern muss zeigen, dass künstliche Intelligenz nicht nur ein Schlagwort bleibt, sondern ein echter Kaufgrund für neue Geräte wird. Gelingt eine überzeugende Integration in iPhone, Siri und die eigenen Dienste, könnte das den nächsten Upgrade-Zyklus antreiben.
Wettbewerb bleibt hart umkämpft
Samsung dürfte deutlich besser abschneiden als der Gesamtmarkt und profitiert von einer stabilen Lieferkette sowie einer breiten Produktpalette. Xiaomi steht dagegen stärker unter Druck. Der chinesische Hersteller leidet unter steigenden Komponentenkosten, sinkender Marge und harter Konkurrenz im Heimatmarkt.
Huawei bleibt vor allem in China ein Risiko für Apple. Der Konzern hat bereits mit dem Mate 60 Marktanteile zurückgewonnen und genießt politische Rückendeckung.
Damit steht die Smartphone-Branche vor einer harten Marktbereinigung. Speicherchips werden teurer, günstige Geräte verlieren an Attraktivität, und viele Anbieter müssen ihre Strategie anpassen.
Apple geht aus dieser Krise bisher stärker hervor als viele Rivalen. Entscheidend wird nun, ob der Konzern mit künstlicher Intelligenz genug Fantasie liefert, um aus Stabilität wieder Wachstum zu machen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

