Cybersecurity
KI-Angst zündet Cybersecurity-Boom: Palo Alto schlägt Wall-Street-Erwartungen!
Palo Alto Networks liefert bessere Zahlen als erwartet und hebt den Ausblick an. Doch der eigentliche Kurstreiber ist eine neue Angst: KI-Angriffe in Maschinengeschwindigkeit.
Der Cybersecurity-Konzern übertraf im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen der Wall Street und wies dabei auf eine neue Dringlichkeit am Markt hin: Künstliche Intelligenz mache Cyberangriffe schneller, gefährlicher und schwerer zu stoppen. Letztlich könnten KI-Angriffe nur mit KI-Cybersecurity-System gestoppt oder verhindert werden.
Der bereinigte Gewinn lag bei 85 US-Cent je Aktie; laut CNBC waren 80 US-Cent erwartet worden. Der Umsatz erreichte 3,00 Milliarden US-Dollar statt der prognostizierten 2,94 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Erlöse um 31 Prozent. In diesem Ergebnis sind 388 Millionen US-Dollar aus den jüngsten Übernahmen von CyberArk und Chronosphere enthalten.
Ganz ohne Makel waren die Zahlen jedoch nicht. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 177 Millionen US-Dollar beziehungsweise 22 US-Cent je Aktie. Im Vorjahr hatte Palo Alto noch einen Gewinn von 262 Millionen US-Dollar erzielt. An der Börse zählten jedoch zunächst andere Faktoren: Wachstum, KI-Fantasie und ein optimistischer Ausblick.
Für das vierte Quartal erwartet Palo Alto einen Umsatz von 3,35 bis 3,36 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten lediglich mit 3,28 Milliarden US-Dollar gerechnet. Auch die Jahresprognose wurde auf 11,42 bis 11,43 Milliarden US-Dollar angehoben.
CEO Nikesh Arora warnt: Die jüngsten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz hätten die Dringlichkeit in der Cybersicherheit erhöht und die Branche für die kommenden Jahre neu geformt. Besonders das KI-Modell Claude Mythos von Anthropic sorgt demnach für Aufmerksamkeit, da es Softwarelücken in Rekordtempo aufspüren kann und die Nachfrage nach Schutzlösungen deutlich erhöht hat. Laut CNBC meldeten sich nach der Vorstellung des Modells mehr als 1 200 Kunden bei Palo Alto Networks. In nur sechs Wochen führte das Unternehmen 800 Kundengespräche.
Im nachbörslichen Handel an der Nasdaq verlor die Aktie von Palo Alto dennoch mehr als drei Prozent und fiel auf 287,75 US-Dollar je Anteilschein.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
Die Palo Alto Networks Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,10 % und einem Kurs von 297,2EUR auf Nasdaq (03. Juni 2026, 02:00 Uhr) gehandelt.

