Rekordrallye in Asien
Kospi verdoppelt sich, Nikkei auf Allzeithoch – Asiens KI-Hype kennt keinen Halt
Trotz Nahost-Krise sorgen die KI-Euphorie und der Boom bei Chip-Aktien dafür, dass Nikkei und Kospi an Asiens Börsen von Rekord zu Rekord eilen.
- KI‑Euphorie und Chipboom treiben Nikkei und Kospi
- Goldman Sachs sieht weiteres Kurspotenzial für Kospi
- Japan profitiert von Reformen, Aktienrückkäufen und Yen
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Während geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran eigentlich für Nervosität sorgen müssten, dominieren in Asien derzeit die Technologie-Euphorie und die Hoffnung auf einen anhaltenden Boom im Bereich künstlicher Intelligenz. Besonders Japans Nikkei 225 und Südkoreas Kospi entwickeln sich zu den spektakulärsten Gewinnern des Jahres.
Nikkei auf Allzeithoch, Kospi verdoppelt sich
Der japanische Leitindex Nikkei 225 erreichte am Mittwoch ein neues Rekordhoch. Der Index stieg um 2,14 Prozent auf 67.516 Punkte.
Der Kospi hat sich seit Jahresbeginn nahezu verdoppelt und gehört damit zu den weltweit stärksten Leitindizes. Die südkoreanischen Märkte blieben am Mittwoch feiertagsbedingt geschlossen damit notierte der Kospi zuletzt bei 1.424 Punkten.
Goldman Sachs sieht weiteres Kurspotenzial
Die US-Investmentbank Goldman Sachs erhöhte ihr 12-Monats-Kursziel für den Kospi auf 12.000 Punkte. Das entspräche einem weiteren Aufwärtspotenzial von mehr als 35 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Die Strategen um Timothy Moe argumentieren, dass vor allem die Gewinnentwicklung der Unternehmen die asiatischen Aktienmärkte antreibe. Goldman bleibt deshalb für Südkorea übergewichtet und verweist auf "höhere Gewinne, eine unterschätzte Dauer des Speicherchip-Zyklus sowie Neubewertungs-Katalysatoren".
Im Zentrum der Rallye stehen vor allem die beiden Technologie-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix. Beide Unternehmen profitieren massiv von der weltweit explodierenden Nachfrage nach Hochleistungsspeichern und KI-Infrastruktur.
Nikkei profitiert zusätzlich von Reformen und schwachem Yen
Neben dem KI-Boom profitiert Japan zusätzlich von strukturellen Veränderungen im heimischen Kapitalmarkt. Unternehmensreformen, höhere Aktienrückkäufe und eine verbesserte Corporate Governance locken seit Monaten internationales Kapital an.
Zudem bleibt der schwache Yen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für exportorientierte japanische Unternehmen. Vor allem Technologie- und Industriekonzerne können dadurch ihre Gewinne im Ausland weiter steigern.
KI-Boom dominiert die Investmentstory in Asien
Goldman Sachs erwartet für Aktien aus dem asiatisch-pazifischen Raum im Jahr 2026 ein Gewinnwachstum je Aktie von rund 60 Prozent. Besonders Technologieunternehmen dürften weiterhin die stärkste Branche bleiben.
Damit entwickelt sich Asien zunehmend zum Zentrum des globalen KI-Investmentbooms. Während westliche Märkte zuletzt unter Zinssorgen, geopolitischen Risiken und schwächerem Wachstum litten, profitieren Japan und Südkorea von ihrer dominanten Stellung in der globalen Chipindustrie.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

