Google muss KI-Suche öffnen
Kartellhammer gegen Google: Droht der KI-Suche jetzt der Dämpfer?
Britische Wettbewerbshüter greifen bei Googles KI-Suche durch. Für Verlage geht es um Kontrolle, für Alphabet um die Zukunft der Websuche.
- CMA zwingt Google zu Kontrollrechten für Publisher
- Publisher können KI-Nutzung und Fine-Tuning verbieten
- Google muss klare Attribution Transparenz und Links
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Die britische Kartellbehörde hat am Mittwoch Verhaltensauflagen für die Suchdienste der Alphabet-Tochter Google erlassen und nutzt dabei neue Aufsichtsbefugnisse, um fairen Umgang, Wahlfreiheit für die Verbraucher und Transparenz für Verlage und Nutzer zu fördern. Im Rahmen der Verhaltensrichtlinie gibt Google den Publishern die Kontrolle darüber, wie ihre Suchinhalte in generativen KI-Systemen verwendet werden, stellt klare Informationen und Kennzahlen zum Nutzerengagement bereit, gewährleistet eine korrekte Zuordnung in den Suchergebnissen und ermöglicht den Nutzern den Zugriff auf die zugrunde liegenden Inhalte.
Dieser Schritt folgt auf eine Konsultation im Oktober 2025, in der die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde Google einen strategischen Marktstatus im Bereich der allgemeinen Suche und der Suchmaschinenwerbung zuerkannte. Google verwies auf seine Stellungnahme, in der es heißt, dass Kunden zunehmend generative KI zur Informationssuche nutzen und dass die KI-Funktionen von Google darauf ausgelegt sind, relevante Webseiten aufzuspüren und den Traffic dorthin zu lenken. Weiter hieß es, dass neue Steuerungsmöglichkeiten und Einblicke für Webseitenbetreiber zunächst einer ausgewählten Gruppe von Nutzern in Großbritannien zur Verfügung gestellt werden, bevor sie weltweit verfügbar sind.
Google muss Publishern in Großbritannien wirksame Werkzeuge geben, damit sie verhindern können, dass ihre Inhalte für KI-Funktionen in der Suche wie AI Overviews genutzt werden. Die CMA spricht selbst von einer weltweit erstmaligen Auflage. Zusätzlich muss Google Inhalte in KI-generierten Suchergebnissen klar zuordnen und verlinken.
Nach Rückmeldungen aus der Konsultation muss Google Publishern auch ermöglichen, die Nutzung ihrer Inhalte für das Fine-Tuning von KI-Modellen auszuschließen. Damit geht es nicht nur um die Anzeige in AI Overviews, sondern auch um nachgelagerte KI-Nutzungen, bei denen Inhalte zur Verbesserung von Modellen verwendet werden könnten.
Google stellt die Änderungen als Ausbau von Kontrolle und Transparenz dar. In der Search Console soll ein neuer Schalter getestet werden, mit dem Website-Betreiber entscheiden können, ob ihre Seiten in generativen Suchfunktionen wie AI Overviews, AI Mode oder AI Overviews in Discover erscheinen und zur Antwortgenerierung beitragen. Wer aussteigt, soll laut Google keine Impressions oder Zugriffe aus diesen KI-Funktionen bekommen. Das klassische Ranking außerhalb dieser KI-Funktionen soll davon aber nicht betroffen sein.
Laut Guardian-Bericht hat Google 9 Monate Zeit, die Anforderungen vollständig umzusetzen. Wichtige Teile der Kontrollen sollen aber früher verfügbar werden. Außerdem soll Google in der Anfangsphase halbjährlich Compliance-Berichte vorlegen. Google betont, AI Overviews und AI Mode würden neue Suchanfragen und neue Chancen für Websites schaffen. Laut Google hat AI Overviews inzwischen mehr als 2,5 Milliarden monatlich aktive Nutzer, AI Mode mehr als 1 Milliarde. Diese Zahlen zeigen, warum der Streit so brisant ist: Es geht nicht um ein Randfeature, sondern um die künftige Struktur der Websuche.
Die Aktie von Alphabet ist am Mittwoch (15:05, MESZ) auf Tradegate 0,72 Prozent im Minus. Ein Anteilsschein kostet 308,65 Euro.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die Alphabet Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,51 % und einem Kurs von 309,3USD auf Tradegate (03. Juni 2026, 15:08 Uhr) gehandelt.

