Der 5,7-Milliarden-Deal
Rheinmetall holt größten Auslandsauftrag der Firmengeschichte
Rumänien hat fast 300 Lynx-Panzer, Flugabwehrsysteme und Kriegsschiffe bestellt. Rheinmetall baut dafür seine Präsenz an der NATO-Ostflanke massiv aus.
- Rheinmetall sichert 5,7 Milliarden Euro Auftrag
- Lieferung von 298 Lynx Panzer und Luftabwehrsystemen
- Investitionen und lokale Produktion in Rumänien
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Rheinmetall hat sich in Rumänien das größte internationale Auftragspaket seiner jüngeren Unternehmensgeschichte gesichert. Der Rüstungskonzern erhält Aufträge im Gesamtwert von 5,7 Milliarden Euro für die Lieferung von Gefechtsfahrzeugen, Flugabwehrsystemen, Munition und Marineschiffen. Die entsprechenden Verträge wurden bereits unterzeichnet. Die Auslieferungen sollen 2028 beginnen und bis 2030 abgeschlossen sein.
Das milliardenschwere Paket erfolgt im Rahmen des EU-Programms "Security Action for Europe" (SAFE) und unterstreicht den anhaltenden Boom der europäischen Verteidigungsausgaben seit dem russischen Angriff auf die Ukraine. Gleichzeitig stärkt der Auftrag Rheinmetalls Rolle als einer der wichtigsten Ausrüster an der NATO-Ostflanke.
Konkret liefert Rheinmetall 298 Lynx-Gefechtsfahrzeuge, darunter Schützenpanzer, Späh- und Sanitätsfahrzeuge sowie Gefechtsstandvarianten. Hinzu kommen Skyranger-Flugabwehrsysteme auf Basis der Lynx-Plattform, Mittelkalibermunition sowie zwei Offshore-Patrouillenboote und zwei Taucherunterstützungsschiffe.
Ein erheblicher Teil der Produktion soll direkt in Rumänien erfolgen. Rheinmetall plant Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro, will seine lokalen Kapazitäten deutlich ausbauen und mehr als 200 Zulieferer in das Projekt einbinden. Rumänische Regierungsvertreter rechnen mit Tausenden neuen Arbeitsplätzen und einer deutlichen Stärkung der heimischen Verteidigungsindustrie.
"Dies ist ein bedeutender Erfolg für uns", sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger. "Wir werden hier gemeinsam mit unseren rumänischen Partnern ein weitreichendes Defence-Ökosystem aufbauen."
Der Auftrag gilt auch deshalb als strategisch wichtig, weil Europa seine Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferanten reduzieren und die eigene Rüstungsproduktion massiv ausbauen will. Rheinmetall baut damit seine Präsenz in Osteuropa weiter aus und sichert sich gleichzeitig langfristig planbare Einnahmen über mehrere Jahre hinweg.
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine investieren zahlreiche NATO-Staaten Milliarden in die Modernisierung ihrer Streitkräfte. Zusätzlich dürfte der Kurswechsel der USA unter Präsident Donald Trump den Druck auf europäische Staaten erhöhen, ihre Verteidigungsausgaben und die eigene Waffenproduktion weiter hochzufahren.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

