Krypto-Rotation?
Bitcoins Schwäche könnte jetzt Ethereums Stärke werden
Standard Chartered sieht Ethereum vor einer möglichen Trendwende und erwartet eine neue Krypto-Rotation zulasten von Bitcoin.
- Standard Chartered sieht Ethereum vor Rallye stehen
- ETH dürfte gegenüber BTC signifikant aufholen
- Ethereum profitiert von Staking und Tokenisierung
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Ethereum könnte vor der größten Aufholjagd gegenüber Bitcoin seit Jahren stehen. Zu diesem Schluss kommt zumindest die britische Großbank Standard Chartered, deren Analysten den jüngsten, erstmals seit 2022 durchgeführten, Bitcoin-Verkauf von Strategy als Auftriebsfaktor für Ethereum sehen.
ETH/BTC-Verhältnis im Mittelpunkt
Der Kryptomarkt reagierte empfindlich auf die Nachricht und Bitcoin fiel zeitweise unter 66.000 US-Dollar. Ethereum hingegen zeigte sich nach dem Verkauf deutlich robuster, auch wenn die Kryptowährung am Folgetag ebenso über 4 Prozent nachgab.
Besonders auffällig sei laut Geoffrey Kendrick, Global Head of Digital Assets Research bei Standard Chartered, die Entwicklung des sogenannten ETH/BTC-Verhältnisses gewesen. An Tagen, an denen Bitcoin deutlich fällt, komme es nur selten zu starken Gegenbewegungen zugunsten von Ethereum. Seit Anfang 2024 habe es lediglich 23 Handelstage gegeben, an denen Ethereum an einem schwachen Bitcoin-Tag stärker performte als zuletzt.
Standard Chartered erwartet Rallye bis Jahresende
Die Investmentbank rechnet nun damit, dass das ETH/BTC-Verhältnis bis Ende des Jahres auf 0,040 steigen wird. Aktuell liegt der Wert bei rund 0,028.
Sollte Bitcoin auf dem aktuellen Niveau verharren, würde dies Ethereum rechnerisch einen Kursanstieg von rund 41 Prozent ermöglichen. Ausgehend von einem aktuellen Kurs von etwa 1.900 US-Dollar könnte Ethereum damit bis Jahresende auf rund 2.700 US-Dollar steigen.
Langfristig bleibt Standard Chartered sogar noch deutlich optimistischer. Erst vergangene Woche hatte die Bank ihr Ethereum-Kursziel für Ende 2026 bei 4.000 US-Dollar bestätigt. Bis zum Ende des Jahrzehnts hält Kendrick sogar einen Kurs von 40.000 US-Dollar für möglich.
Ethereum profitiert von Stablecoins und Tokenisierung
Im Zentrum der bullischen Ethereum-These steht laut Standard Chartered die wachsende institutionelle Nutzung des Netzwerks.
Während Bitcoin vor allem als digitales Wertaufbewahrungsmittel wahrgenommen werde, entwickle sich Ethereum zunehmend zur Infrastruktur des digitalen Finanzsystems. Besonders die boomenden Bereiche Stablecoins, tokenisierte Vermögenswerte und dezentrale Finanzanwendungen (DeFi) würden Ethereum strukturell stärken.
Ethereum-Treasury-Firmen mit strukturellem Vorteil
Laut Standard Chartered offenbart der jüngste Bitcoin-Verkauf von Strategy außerdem einen fundamentalen Unterschied zwischen Bitcoin- und Ethereum-orientierten Treasury-Unternehmen.
Während Bitcoin-Bestände keinerlei laufende Rendite erzeugen, können Unternehmen ihre Ether-Bestände staken und dadurch derzeit Renditen von rund drei Prozent erzielen. Beim Staking helfen Investoren dabei, Transaktionen im Ethereum-Netzwerk zu validieren, und erhalten dafür regelmäßige Erträge.
Dadurch entstehe laut Kendrick "praktisch kein Verkaufsdruck" bei Ethereum-Treasury-Firmen.
Bitcoin-Treasury-Unternehmen wie Strategy hingegen müssten unter Umständen Bestände veräußern, um Liquidität zu generieren oder operative Kosten zu decken.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

