100 Milliarden Dollar weg
Dieselpreise fressen Amerika auf – Verbraucher zahlen die Iran-Rechnung
Der Iran-Krieg treibt Dieselpreise und Energiekosten immer weiter nach oben. Goldman Sachs warnt bereits vor historisch niedrigen Vorräten, während US-Haushalte laut Moody’s Milliarden an Kaufkraft verlieren.
- Dieselvorräte in den USA auf Tiefstand seit 2003
- Dieselpreis in den USA um rund 45 Prozent gestiegen
- US-Haushalte verlieren etwa 750 US-Dollar pro Kopf
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Die Folgen des Iran-Kriegs treffen inzwischen nicht mehr nur den Ölmarkt, sondern zunehmend auch Verbraucher und die Weltwirtschaft. Während Anleger an der Wall Street weiter auf KI-Aktien und neue Rekorde setzen, warnen Ökonomen und Rohstoffstrategen vor einer möglichen Dieselknappheit und einer neuen Inflationswelle.
Besonders alarmiert zeigt sich Goldman Sachs. Laut Rohstoffstratege Daan Struyven befinden sich die Dieselvorräte in den USA auf dem niedrigsten Stand seit 2003. Sollten die Lagerbestände weiter in diesem Tempo sinken, könnten die Vorräte bereits bis August auf ein kritisches Niveau fallen. Hintergrund ist die fast vollständige Blockade der Straße von Hormus infolge des Iran-Konflikts. Vor dem Krieg liefen rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte durch die Meerenge. Inzwischen passieren laut Goldman nur noch etwa 10 bis 15 Prozent der üblichen Ölmengen die Route.
Die Folgen zeigen sich bereits deutlich an den Preisen. Der durchschnittliche Dieselpreis in den USA ist seit Ende Februar um rund 45 Prozent auf mehr als 5,43 US-Dollar pro Gallone gestiegen. Unternehmen wie Deere & Company verweisen bereits auf höhere Treibstoff- und Düngemittelkosten als Belastung für ihre Geschäfte.
Gleichzeitig wächst der Druck auf die Verbraucher. Laut Moody's hat der Iran-Krieg US-Haushalte bislang bereits rund 100 Milliarden US-Dollar gekostet — umgerechnet etwa 750 US-Dollar pro Haushalt. Moody’s-Chefökonom Mark Zandi erklärte, höhere Energiepreise und steigende Militärausgaben hätten den positiven Effekt der jüngsten Steuerrückzahlungen inzwischen vollständig aufgezehrt.
Besonders problematisch: Viele Haushalte verfügen kaum noch über finanzielle Reserven. Laut Zandi dürfte vielen Verbrauchern nichts anderes übrig bleiben, als ihre Ausgaben einzuschränken, falls der Konflikt anhält und die Energiepreise hoch bleiben. Damit wächst die Gefahr, dass die ohnehin schwächelnde Wirtschaft zusätzlich belastet wird.
Auch an den Finanzmärkten bleibt die Nervosität hoch. Die Ölpreise schwanken derzeit massiv zwischen Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung und neuen Sorgen über mögliche weitere Eskalationen im Nahen Osten. Zwar ist Brent-Rohöl zuletzt etwas von seinen Höchstständen zurückgekommen, notiert aber weiterhin deutlich über dem Niveau vor Kriegsbeginn Ende Februar. Je länger die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus anhält, desto größer wird die Gefahr neuer Belastungen für Inflation, Konsum und die globale Konjunktur.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

