Erst Öl, jetzt Essen
Der Iran-Krieg frisst sich jetzt bis in Ihren Einkaufskorb
US-Farmer kämpfen bereits mit explodierenden Düngerpreisen. Die Folgen könnten Verbraucher bald direkt im Supermarkt treffen.
- US-Farmer kämpfen mit explodierenden Düngerpreisen
- Blockaden in der Meerenge Hormus belasten Lieferketten
- Düngerkrise verteuert Getreide Futter und Lebensmittel
- Report: Achtung, Korrektur!
Der Krieg im Iran entwickelt sich zunehmend zu einer Gefahr für die weltweiten Lebensmittelpreise. Während Verbraucher bislang vor allem auf steigende Öl- und Benzinkosten schauen, geraten nun auch Düngemittelmärkte massiv unter Druck – mit direkten Folgen für Bauern, Ernten und am Ende auch Supermarktpreise.
Wie ein Bericht von MarketWatch zeigt, kämpfen viele US-Landwirte bereits mit drastisch steigenden Kosten. Besonders problematisch ist die Lage bei stickstoffhaltigen Düngemitteln, die für den Anbau von Mais, Weizen und anderen wichtigen Nutzpflanzen unverzichtbar sind. Laut Weltbank könnten die Düngemittelpreise in diesem Jahr im Schnitt um mehr als 30 Prozent steigen. Die Preise für Harnstoffdünger legten zeitweise sogar um rund 60 Prozent zu.
Hintergrund ist die strategisch wichtige Straße von Hormus. Vor dem Konflikt lief etwa ein Drittel des weltweiten Düngemittelhandels durch die Meerenge zwischen Iran und Oman. Die militärische Eskalation und die Unsicherheit über mögliche Störungen der Lieferketten haben den Markt inzwischen massiv angespannt.
Die Folgen treffen amerikanische Farmer bereits mit voller Wucht. Laut MarketWatch reduzieren manche Betriebe inzwischen Personal, verschieben Investitionen oder versuchen, mit alternativen Düngern wie Geflügelmist Kosten zu sparen. Gleichzeitig steigen auch Transport- und Energiekosten deutlich an.
Besonders gefährlich: Viele Landwirte beginnen offenbar bereits, Dünger gezielter und sparsamer einzusetzen. Genau das könnte später zu geringeren Erträgen und schwächeren Ernten führen. Experten warnen deshalb davor, dass sich die Krise mit Verzögerung direkt auf Verbraucherpreise auswirken könnte.
"Was auch immer passiert, wird uns auf den Märkten direkt treffen, und wenn ich richtig liege, ist das großartig – aber wenn ich falsch liege, verliere ich die Farm", zitierte MarketWatch einen Farmer aus Mississippi.
Marktbeobachter ziehen inzwischen Parallelen zu früheren Belastungsphasen der US-Landwirtschaft in den 1980er Jahren. Damals hatten steigende Kosten, hohe Zinsen und wirtschaftlicher Druck zahlreiche Betriebe schwer getroffen.
Damit droht neben dem Ölpreis-Schock nun eine zweite Inflationswelle. Denn höhere Düngemittelpreise verteuern nicht nur Getreide und Gemüse, sondern auch Tierfutter – und damit langfristig Fleisch-, Milch- und Lebensmittelpreise insgesamt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

