Palantirs neuer Coup
Palantir wird zur Geheimwaffe der mächtigsten Deal-Anwälte
Palantir landet einen Prestige-Deal mit Kirkland & Ellis – und könnte damit KI tief in die lukrative Welt der Private-Equity-Beratung bringen.
- Palantir unterschreibt KI-Vertrag mit Kirkland
- KI erstellt Fondsunterlagen und Side Letters
- Deal als Prestigegewinn und Blaupause für Märkte
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Palantir Technologies hat einen mehrjährigen Vertrag mit Kirkland & Ellis unterzeichnet, um KI-Tools zu entwickeln, mit denen die Anwaltskanzlei ihre Private-Equity-Kunden bei der Kapitalbeschaffung und Investorenverhandlungen besser beraten kann, berichtete die Financial Times am Donnerstag.
Der Bericht besagt, dass die KI-Tools bei der Fondsdokumentation, der Erstellung von Nebenabreden für Investoren, der Nachverfolgung von Vereinbarungen mit Kommanditisten, der Überwachung der Einhaltung von Vorschriften und der Beratung bei Transaktionen mit Folgefonds helfen werden.
Palantir werde keinen Zugriff auf vertrauliche Kundeninformationen haben, wurde ein Partner von Kirkland zitiert. Er fügte hinzu, dass die Vereinbarung Teil des umfassenderen Plans des Unternehmens sei, 500 Millionen US-Dollar in die Entwicklung einer eigenen KI-Plattform zu investieren, wobei mehr als 100 Millionen US-Dollar voraussichtlich in diesem Jahr ausgegeben werden sollen.
Die weltgrößte Wirtschaftskanzlei Kirkland & Ellis berät viele der größten Private-Equity-Häuser der Welt, darunter Unternehmen wie Blackstone und EQT. Die Kanzlei sitzt damit an einer der profitabelsten Stellen des Finanzsystems: der Auflage neuer Fonds und der Kapitalbeschaffung bei institutionellen Investoren.
Die KI soll demnach unter anderem Fondsdokumente erstellen, Side Letters für Großinvestoren vorbereiten, Verpflichtungen gegenüber Investoren überwachen, regulatorische Vorgaben prüfen, bei sogenannten Continuation Funds beraten, Wissen erfahrener Partner für jüngere Anwälte verfügbar machen. Jetzt dringt Palantir zunehmend in hochmargige Wissensbranchen vor. Die Kanzlei betont zwar, dass Palantir keinen Zugriff auf vertrauliche Mandantendaten erhalten soll. Dennoch zeigt der Deal, dass Palantirs Plattform zunehmend als Infrastruktur für komplexe Unternehmensprozesse genutzt wird – nicht nur für Datenanalyse.
Der Deal dürfte kurzfristig keinen großen Umsatzsprung für Palantir auslösen. Die eigentliche Bedeutung liegt woanders: Palantir gewinnt einen Prestige-Kunden im Finanz- und Rechtssektor. Die Plattform wird in einem extrem anspruchsvollen Wissensgeschäft eingesetzt. Das Projekt könnte als Blaupause für weitere Großkanzleien, Investmentbanken oder Beratungen dienen. Falls das Modell funktioniert, könnte daraus ein neuer Markt für Palantir entstehen: KI-Systeme, die das institutionelle Wissen von Organisationen digitalisieren und skalierbar machen.
Die Aktie von Palantir ist am Donnerstag (12:10 Uhr, MESZ) auf Tradegate 0,68 Prozent im Plus. Ein Anteilsschein kostet 123,48 Euro.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die Palantir Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,70 % und einem Kurs von 123,5USD auf Tradegate (04. Juni 2026, 12:16 Uhr) gehandelt.

