Google greift Microsoft an
Milliardenmarkt voraus? Google und IBM schmieden KI-Allianz
Google und IBM bündeln ihre KI-Kräfte: Mit Gemini-Agenten für Unternehmen greifen sie nach dem nächsten Milliardenmarkt der Automatisierung.
- Google und IBM kooperieren für Gemini-Agenten
- IBM liefert branchenspezifische KI-Agenten
- Partnerschaft treibt Agenten als Milliardenmarkt voran
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Google und IBM haben eine neue Partnerschaft geschlossen, die sich auf KI-Agenten für Unternehmen konzentriert. Die Partnerschaft vereint IBMs KI-gestützte Beratungsplattform mit Google Clouds Cybersicherheits-, Daten- und KI-Agentenplattform für Unternehmen.
IBM entwickelt branchenspezifische KI-Agenten für Googles Gemini Enterprise, um Unternehmen dabei zu helfen, Arbeitsabläufe zu automatisieren, die Entscheidungsfindung zu verbessern und autonome Abläufe mithilfe von Gemini-Modellen zu beschleunigen.
Dank der Partnerschaft können IBM-Berater KI-Agenten direkt in der Google Cloud entwickeln und ausführen. Die Unternehmen erklärten, die Kombination dieser Agenten mit den Governance-Kontrollen und Sicherheitsfunktionen der Google Cloud werde Unternehmen dabei helfen, KI-Agenten schneller und konsistenter bereitzustellen. Mohamad Ali, Leiter von IBM Consulting, sagte dazu: "Durch den Ausbau unserer Zusammenarbeit mit Google Cloud bieten wir unseren Kunden einen klareren und zuverlässigeren Weg, KI in ihrem gesamten Unternehmen zu skalieren."
Sowohl IBM als auch Google gehen davon aus, dass KI-Agenten die nächste große Unternehmenssoftware-Welle werden. Google hat auf seiner Cloud-Konferenz im Frühjahr 2026 sogar erklärt, die experimentelle Phase der generativen KI sei vorbei und Unternehmen würden nun in großem Stil auf produktive KI-Agenten setzen. Dafür wurde die Plattform Gemini Enterprise als zentrale Umgebung zum Entwickeln, Verwalten und Überwachen von KI-Agenten vorgestellt.
IBM integriert seine Plattform IBM Consulting Advantage direkt mit Gemini Enterprise. Dadurch können tausende IBM-Berater branchenspezifische KI-Agenten für Kunden entwickeln und auf Google Cloud betreiben. Laut den Unternehmen sollen diese Agenten Geschäftsprozesse automatisieren, Entscheidungen unterstützen und komplexe Abläufe eigenständig ausführen können.
IBM spricht ausdrücklich von branchenspezifischen Agenten für Finanzdienstleister, Gesundheitswesen, Telekommunikation, Industrieunternehmen, öffentliche Verwaltung und regulierte Branchen mit hohen Compliance-Anforderungen.
Das ist wichtig, weil viele Unternehmen inzwischen keine allgemeinen Chatbots mehr suchen, sondern KI-Systeme, die konkrete Aufgaben übernehmen können. Google versucht aktuell aggressiv Marktanteile im Cloud- und KI-Geschäft zu gewinnen. Während Microsoft auf OpenAI setzt und Amazon eng mit Anthropic zusammenarbeitet, baut Google ein eigenes Agenten-Ökosystem rund um Gemini Enterprise auf. Reuters berichtete bereits im April, dass KI-Agenten mittlerweile das Herzstück von Googles Unternehmensstrategie sind.
IBM bringt dabei etwas mit, das Google allein nicht hat: jahrzehntelange Beziehungen zu Großkonzernen, tausende Unternehmensberater, Erfahrung mit Legacy-Systemen, starke Position in regulierten Branchen. Kurzfristig wird die Partnerschaft vermutlich keinen sichtbaren Umsatzsprung bei IBM oder Google auslösen. Strategisch ist sie aber relevant, weil sie zeigt, wohin sich der Markt bewegt: Der Wettbewerb verlagert sich von einzelnen KI-Modellen hin zu KI-Agenten, die ganze Geschäftsprozesse übernehmen. IBM liefert dabei Branchenwissen und Beratung, Google die Cloud-Infrastruktur und Gemini-Modelle. Wenn Unternehmen tatsächlich Tausende solcher Agenten produktiv einsetzen, könnte daraus ein milliardenschwerer Markt für beide Konzerne entstehen.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion

