Broker, Research, Produkte – worauf wir achten

Unsere Leser fragen uns seit Jahren immer wieder, an welchen Stellen wir uns eigentlich unsere Informationen beschaffen und wie wir diese Informationsflut am Kapitalmarkt überhaupt abdecken. Sehr häufig kommt auch die Frage hinzu, ob wir etwas empfehlen können, das man parallel zu uns beobachten oder anhören sollte.
Diese Fragen sind berechtigt und folgerichtig. Gerade seit dem Aufkommen des Themas künstliche Intelligenz schafft es aus unserer Sicht weder ein Börsenbrief noch eine große Redaktion, wirklich alle Aspekte des Kapitalmarkts zu überblicken und abzubilden. Man muss sich nur vergegenwärtigen, dass große Investmentbanken Analysten beschäftigen, die teilweise nur zwei oder drei Basiswerte, also Aktien, covern, wie man so schön sagt, dort aber tief recherchieren und ihre Urteile abgeben.
Tausende oder gar Zehntausende Aktien weltweit auf dem Schirm zu haben, ist selbstverständlich unmöglich. Unser Job ist es deshalb auch, und das gelingt uns seit mittlerweile eineinhalb Jahrzehnten offenbar ziemlich gut, die Flut an Meldungen und das riesige Angebot an Basiswerten in konkrete Aktionen, Trades, Investitionen und passende Anlage- und Hebelprodukte zu übersetzen.
Unsere Informationen beziehen wir dabei aggregiert tatsächlich aus sehr unterschiedlichen Quellen. Ganz wichtig ist uns dabei: Dazu gehören auch unsere Mitbewerber, die zum großen Teil zugleich Bekannte oder gar Freunde sind. So können wir guten Gewissens den täglichen Börsenreport aus den USA unseres geschätzten Kollegen Markus Koch empfehlen.
Wir freuen uns selbst jedes Quartal auf die Quartalssplitter des Vermögensverwalters Bert Flossbach. Uns interessiert auch sehr die meist konträre Sicht von Albert Edwards von Société Générale, der landläufig als Perma-Bär gilt. Der Lateiner sagt: „Audiatur et altera pars.“ Und wenn man selbst temporär oder meist eher bullisch und proaktiv für den Markt eingestellt ist, sollte man mögliche Risiken und Warnungen trotzdem nicht überhören.
Das hilft uns ganz praktisch. Denn die vergangenen zehn bis fünfzehn Jahre haben gezeigt, dass unsere Portfolios vor allem dann ihre Stärken ausspielen, wenn es am Markt einmal ruckelt und holprig wird. Viele unserer Konkurrenten oder Mitbewerber müssen dann Portfolios schließen oder verzeichnen bei Optionsscheinpaketen Verluste zwischen 90 und 100 Prozent, während wir ganz bewusst auch mit Cashquoten und Absicherungen arbeiten. Das könnten wir jedoch nicht, wenn wir uns die angesprochenen konträren Stimmen nicht ebenfalls anhören würden.
