Kursziel deutlich angehoben
Trotz Rückschläge: Analysten wittern große Chance bei dieser Gas-Aktie
JPMorgan sieht bei Venture Global deutliches Aufwärtspotenzial. Entscheidend könnten Folgen des Iran-Kriegs sein, die der Markt bislang unterschätzt.
- JPMorgan stuft Venture Global auf Overweight hoch
- Markt unterschätzt anhaltende LNG Volatilität
- Höhere Preise begünstigen Venture Global Margen
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Die Investmentbank JPMorgan traut der Aktie des Flüssigerdgas-Anbieters Venture Global eine weitere Aufwärtsbewegung zu, wie CNBC berichtet. Die Analysten stuften den Titel von "Neutral" auf "Overweight" hoch und erhöhten ihr Kursziel von 16 auf 17 US-Dollar, was über dem durchschnittlichen Kursziel von 15,68 US-Dollar der Wall Street Analysten liegt, wie Daten von SeekingAlpha zeigen.
Geopolitische Folgen könnten länger wirken
Analyst Jeremy Tonet begründet den optimistischeren Ausblick mit mehreren Faktoren. Venture Global verfüge über gute Möglichkeiten, von Preisschwankungen am Markt für Flüssigerdgas zu profitieren. Zudem sieht JPMorgan Chancen durch höhere Preise, eine wachsende Vertragsdynamik und die Umsetzung weiterer Wachstumsprojekte.
Jeremy Tonet gilt als erfahrener Analyst. Mit einer Erfolgsquote von 60 Prozent und Rang 760 von 12.287 Analysten zählt er laut TipRanks zu den besser bewerteten Experten. Seine Einschätzungen gelten als solide, sollten aber nicht isoliert betrachtet werden.
"Wir sehen, dass Venture Globals [Flüssigerdgas] durch die Nutzung von Volatilitätsvorteilen, Aufwärtspotenzial bei der Preisgestaltung, eine positive Vertragsdynamik und die Umsetzung von Wachstumsstrategien einen bedeutenden Weg für künftige Impulse ebnet", schrieb Tonet an Kunden.
Markt unterschätzt anhaltende Volatilität
Die Aktie hatte im März, als der Krieg zwischen den USA und Iran begann, kräftig zugelegt. Der Kurs sprang damals um 62,6 Prozent nach oben. In den folgenden Monaten gab der Titel jedoch einen Teil dieser Gewinne wieder ab. Im April verlor die Aktie 15,8 Prozent, im Mai weitere 9,3 Prozent.
Nach Einschätzung von JPMorgan bewertet der Markt die langfristigen Auswirkungen des Konflikts bislang nicht ausreichend. Insbesondere die Risiken für die weltweite Versorgung mit Flüssigerdgas seien noch nicht vollständig eingepreist.
"Die Preise haben das Risiko einer Verdrängung der physischen Lieferungen bislang nur zögerlich vollständig eingepreist", erklärte Tonet. Nach dem starken Anstieg zu Beginn des Konflikts habe Venture Global viele Gewinne wieder abgegeben. "Wir sind der Ansicht, dass der Markt die anhaltend hohe Volatilität bei [Flüssigerdgas] unterschätzt."
Höhere Preise als Chance für Venture Global
JPMorgan verweist zudem auf mögliche Schäden an der Energieinfrastruktur wichtiger Förderländer wie Katar. Diese könnten die Preise für Flüssigerdgas auch nach einem Ende des Konflikts auf erhöhtem Niveau halten. Zusätzlich könnte eine neue geopolitische Risikoprämie die Märkte langfristig beeinflussen.
Von einem solchen Umfeld dürfte Venture Global profitieren. "Letztendlich sehen wir, dass diese geopolitischen Entwicklungen den Stärken von VG zugutekommen, was zu überdurchschnittlichen Margen führt und die mittel- und langfristige Auftragsvergabe begünstigt", so Tonet.
Mehrheit der Analysten positiv
Mit seiner Einschätzung steht JPMorgan nicht allein. Von 18 Analysten, die die Aktie beobachten, empfehlen laut Daten von LSEG insgesamt 10 den Kauf oder vergeben sogar ein "Strong Buy"-Rating.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
