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Halbleiter-Crash: Stehen KI-Aktien vor einer gewaltigen Neubewertung?
Stehen KI-Aktien vor einer gewaltigen Neubewertung? Nach den Broadcom-Earnings werden die Zweifel lauter.
- Broadcom verfehlt Erwartungen und Aktie bricht ein
- Markt hat Superlative eingepreist Angst wächst
- Euphorie hält an Marvell profitiert vom Momentum
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Die KI-Rallye hat Ausmaße angemommen, die selbst Experten ratlos zurücklässt. Die unglaubliche Steigerung mancher Wertpapiere erhöht zugleich die Erwartung, dass ein Crash nicht mehr weit sein kann; zumindest für Unternehmen, die im Schatten der allgemeinen Begeisterung ein massives Kursfeuerwerk hinter sich haben.
Auf die Bühne der Tatsachen zurückfallen werden Aktien mit enormen Gewinnmultiplikatoren, deren Bewertung astronomisch hoch über ihren historischen Trends liegen. Hier kann man an kleinere Unternehmen denken.
Am Donnerstag ließ aber Broadcom ordentlich Flügel, da der Chiphersteller die Erwartungen des Marktes nicht erfüllen konnte, die Aktie brach zweistellig ein. Denn die Analystenschätzungen gingen von einem Umsatz von 22,27 Milliarden US-Dollar der Halbleiterproduzent blieb aber mit 22,19 Milliarden US-Dollar unter diesen Erwartungen. Auch im Bereich der KI-Software konnte das Unternehmen die Erwartungen nicht erfüllen.
Die Earnings von Broadcom zeigen eindrücklich: Der Markt erwartet Superlative – und er hat auch bereits viel eingepreist. Und einen dritten Hinweis offenbart der stare Abverkauf zudem: Angst. Denn bei dem kleinsten Straucheln, wird ein großer Wert gnadenlos abverkauft, das heißt: Die unausgesprochene Angst, die den wachsenden Zweifel im Zentrum ihrer Erwartung hat, glaubt, dass die Bewertungen zu hoch sind und der Crash nur eine Frage der Zeit ist. Bei dem kleinsten Makel heißt es: den Verkaufsknopf drücken.
So wie der massive Kauf eine Überreaktion darstellte, geht diese Skepsis auch davon aus, dass beim Verkauf dieselbe Überreaktion wirken wird – und verkauft massiv.
Denn eigentlich wären die Nachrichten rund um Braodcom keine schlechten für AMD, da die Nachrage nach KI-Hardware unbestritten hoch ist. Doch auch die Aktien von AMD waren vom Ausverkauf betroffen.
Marvell, im selben Marktsegment wie Broadcom aktiv, schneidet aufgrund des positiven Sentiments deutlich besser ab, als der restliche KI-Sektor. Die Euphorie am Markt ist also noch ungebrochen, auch wenn ihr die Broadcom-Earnings erste Nadelstiche zugefügt hat.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion
