Erst der Anfang?
Cardano stürzt auf Fünfjahrestief ab – Gründer Hoskinson warnt vor Schlimmerem
ADA verliert fast 16 Prozent an einem Tag, nachdem Cardano-Gründer Hoskinson eine Welle weiterer Zusammenbrüche befürchtet.
- ADA fällt fast 16 Prozent und erreicht 5-Jahres-Tief
- TapTools Schließung löst Hoskinson Warnung aus
- TVL fällt 36 Prozent, Summit abgesagt wegen Krise
- Report: Achtung, Korrektur!
Die Kryptowährung Cardano notiert am Freitagmorgen 15,8 Prozent tiefer bei 0,165 US-Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren (Stand: 8:30 Uhr MESZ). Auf Wochensicht summiert sich das Minus inzwischen auf 29,2 Prozent.
ADA notiert aktuell rund 70 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Seit dem Zwischenhoch Anfang 2026 bei knapp einem US-Dollar verlor der Token rund 77 Prozent an Wert. Vom Allzeithoch bei 3,09 US-Dollar aus dem Jahr 2021 ist Cardano inzwischen sogar mehr als 93 Prozent entfernt.
Der Absturz geht dabei weit über die allgemeine Schwäche des Kryptomarktes hinaus. Zwar belastete der breite Ausverkauf digitaler Vermögenswerte den gesamten Sektor, doch Cardano verlor deutlich stärker als vergleichbare Large-Cap-Coins – und die Gründe dafür liegen tief im eigenen Ökosystem.
Warum Cardano stärker fällt als der Gesamtmarkt
Den unmittelbaren Auslöser für die jüngste Eskalation lieferte die überraschende Schließung von TapTools – einem innerhalb der Community angesehenen Analyse- und Datenunternehmen, das über vier Jahre hinweg Infrastruktur und Tools für das Cardano-Netzwerk aufgebaut hatte.
In seiner Abschiedsmitteilung verwies das Unternehmen auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Ökosystem. Die Kosten für Infrastruktur, Entwicklung und Support seien dauerhaft hoch geblieben, während die wirtschaftliche Perspektive zunehmend unsicher geworden sei.
Hoskinson schlägt ungewöhnlich offene Töne an
Besonders bemerkenswert ist jedoch die Reaktion von Cardano-Gründer Charles Hoskinson selbst. Er erklärt, die Schließung von TapTools sei wahrscheinlich erst der Anfang.
"Das ist der Zustand unseres Ökosystems", sagte Hoskinson. Bereits zu Jahresbeginn habe er davor gewarnt, dass zahlreiche Projekte kollabieren könnten, weil sich die Marktbedingungen massiv verschlechterten.
"Es wird eine Welle von Zusammenbrüchen im Ökosystem geben", erklärte er.
Seiner Darstellung zufolge verfüge Cardano grundsätzlich über ausreichende finanzielle Mittel, um das eigene Ökosystem in der Krise zu stabilisieren. Allerdings fehle innerhalb der Community die Bereitschaft, Mittel aus der Treasury gezielt einzusetzen.
"Es scheint keinen großen Wunsch innerhalb der Community zu geben, Treasury-Mittel einzusetzen, um diese Projekte auf das nächste Level zu bringen", sagte Hoskinson.
Selbst das Flaggschiff-Event fällt aus
Wie tief die Spannungen inzwischen reichen, zeigt auch eine weitere Entscheidung der Community: Die Finanzierung des jährlichen Cardano Summit wurde abgelehnt.
Das Event galt bislang als eines der wichtigsten Aushängeschilder des Netzwerks und sollte auch 2026 wieder stattfinden. Nach der Abstimmung musste die Veranstaltung jedoch abgesagt werden.
DeFi-Aktivität bricht massiv ein
Parallel zur Vertrauenskrise verschlechtern sich auch die fundamentalen Netzwerkdaten weiter.
Der Total Value Locked (TVL) im Cardano-DeFi-Sektor fiel innerhalb eines Monats um rund 36 Prozent auf nur noch etwa 186 Millionen US-Dollar. Der Rückgang signalisiert sinkende Kapitalbindung, rückläufige Nutzeraktivität und schwindendes Vertrauen institutioneller wie privater Anleger.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

