Enttäuschende Prognose

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    Trotz WM-Vorfreude: Darum bremst Lululemon jetzt auch Adidas und Puma aus!

    Der kanadische Sportartikelhersteller Lululemon konnte mit seinen am Donnerstagabend vorgelegten Zahlen nicht überzeugen. Das belastet die gesamte Branche.

    Für Sie zusammengefasst
    Enttäuschende Prognose - Trotz WM-Vorfreude: Darum bremst Lululemon jetzt auch Adidas und Puma aus!

    Sportartikelhersteller zwischen Wachstumssorgen und WM-Vorfreude

    Sportartikelhersteller befinden sich seit einiger Zeit in einem schwierigen Umfeld. Die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten trübt die Verbraucherstimmung, während der wichtige chinesische Wachstumsmarkt selektiver geworden ist. Dazu kommen Handelshemmnisse und steigende Input-Kosten – Anlegerinnen und Anleger von Adidas und Puma haben diesen Gegenwind in den vergangenen Monaten im Depot zu spüren bekommen.

    Die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft der Herrenmannschaften sowie erste Kaufempfehlungen sorgten zuletzt für etwas Entspannung. Während sich die Geschäfte von Adidas besser entwickeln als im Rest der Branche, sorgt der Einstieg von Anta Sports bei Puma für neue Wachstumsfantasie auf dem hart umkämpften chinesischen Markt.

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    Vor dem Wochenende wird die jüngste Erholung der beiden deutschen Branchengrößen aber durch eine schwache Zahlenvorlage von Mitbewerber Lululemon ausgebremst.


     

    Lululemon wächst weiter – aber nur noch äußerst langsam

    Der einstige Wachstumsstar der Branche kämpft ebenfalls mit einem herausfordernden Marktumfeld. Um seine Margen zu stabilisieren, setzte Lululemon nicht zuletzt auf eine geringwertigere Produktqualität – das aber missfällt zurecht den Kundinnen und Kunden.

    Nichtsdestotrotz konnten die Kanadier ihre Erlöse um vergangenen Quartal um immerhin 4,2 Prozent auf 2,47 Milliarden US-Dollar steigern, womit die Erwartungen um 40 Millionen US-Dollar übertroffen werden konnten. Während die Verkäufe auf dem US-Markt um 3,6 Prozent auf 1,31 Milliarden US-Dollar zurückgingen, steuerte ausgerechnet mit China mit einem Anstieg der Erlöse um 28,5 Prozent das größte Wachstum bei. Unter dem Strich präsentierte Lululemon jedoch den zweitniedrigsten Wachstumswert in den vergangenen 5 Jahren.

    Margenschwäche lässt Nettogewinn dramatisch einbrechen

    Auf der Ertragsseite konnte Lululemon die Erwartungen für den bereinigten Gewinn je Aktie knapp schlagen. Statt 1,67 US-Dollar lieferte das Unternehmen 1,69 US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresergebnis von 2,60 US-Dollar ist das jedoch ein empfindlicher Rückschritt.

    Unter dem Strich erzielte das Unternehmen einen auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallenden Nettogewinn in Höhe von 195,0 Millionen US-Dollar nach 314,6 Millionen US-Dollar im Jahr zuvor. Das bedeutet einen Gewinneinbruch um 61,3 Prozent.

    Ursache für den starken Rückgang sind um rund 150 Millionen US-Dollar gestiegene Produktkosten. Auch die allgemeinen Betriebsausgaben kletterten um mehr als 110 Millionen US-Dollar.

    Enttäuschende Prognosen für Umsatz und Gewinn

    Auch der Ausblick sowohl auf das kommende Quartal wie auch auf das laufende Geschäftsjahr stieß bei Anlegerinnen und Anleger auf wenig Gegenliebe. Für Q2 stellte Lululemon Erlöse in Höhe von 2,463 Milliarden US-Dollar (Midpoint-Guidance) in Aussicht, was um 130 Millionen US-Dollar unter der Markterwartung lag. Für das Gesamtjahr unterbot Lululemon die Konsensprognose mit 11,08 Milliarden US-Dollar sogar um fast 400 Millionen US-Dollar.

    Noch schlechter steht es um die Ertragsseite. Für Q2 prognostizierte das Management einen bereinigten Gewinn von 1,79 US-Dollar je Aktie, was um 90 Cent unter den Erwartungen lag. Dementsprechend hoch fiel auch die Verfehlung bei der Schätzung für das Gesamtjahr aus, wo statt der erwarteten 12,29 US-Dollar pro Anteil ein Schätzwert von 11,05 US-Dollar zu Buche stand.

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    Zweistellige Talfahrt noch in der US-Nachbörse

    In der US-Nachbörse gab es zu dem Zahlenwerk keine zwei Meinungen. Die Aktie brach unmittelbar nach Veröffentlichung der Ergebnisse ein und setzte ihre Talfahrt bis zum Ende des erweiterten Handels fort, sodass das Papier nach 3,8 Millionen gehandelten Stücken mit einem Minus von 11,2 Prozent und einem Schlusskurs von 110,90 US-Dollar aus dem Handel ging.

    Das bedeutet ein neues 52-Wochen- und damit gleichzeitig auch ein neues Mehrjahrestief. Die gelten in der technischen Analyse als Verkaufssignale. Die zaghafte Erholung der vergangenen Tage ist damit auf einen Schlag Geschichte, wenn es nicht vor dem Wochenende zu einem plötzlichen Gesinnungswandel der Anlegerinnen und Anleger kommt.

    Die Anteile von Adidas und Puma reagierten auf die schwachen Zahlen des Konkurrenten zunächst empfindlich. Zumindest Adidas konnte sich jedoch lösen und notierte am Freitagvormittag mit einem leichten Plus, während die Puma-Aktie ein Minus von rund einem halben Prozent verzeichnet.

    Fazit: Kein Investment-Case – wer möchte, setzt lieber auf Adidas

    Der in den vergangenen Jahren so starke Sportartikelhersteller Lululemon steuert immer deutlicher auf eine dauerhafte Wachstumskrise zu. Sanken die Wachstumsraten in den vergangenen 2 Jahren bereits in den einstelligen Prozentbereich. kämpfen die Kanadier jetzt darum, sich überhaupt noch steigern zu können. Vertieft wird die Krise dadurch, dass die Gewinne aufgrund sinkender Margen bereits rückläufig sind – die am Donnerstag vorgelegten Zahlen liefern wenige Hinweise darauf, dass sich das im laufenden Geschäftsjahr ändern könnte.

    Auf den ersten Blick erscheint die Aktie nach dem zweistelligen Kursrückgang mit einem KGVe 2026 von 10,0 attraktiv bewertet. Für einen Einzelhandelswert in einer hart umkämpften Branche ist das angesichts der operativen Herausforderungen jedoch durchaus angemessen. Von fundamentaler Seite ist daher kein Rückenwind zu erwarten, von technischer Seite allerdings auch nicht. Anlegerinnen und Anleger sollten daher einen Bogen um die Aktie machen.

    Wer in der Sportartikelbranche beteiligt sein möchte, sollte auf Adidas setzen. Hier ist die Geschäftsentwicklung derzeit am günstigsten und die Bewertung der Aktie gleichzeitig moderat.

    Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


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