Auto-Schock aus Deutschland
BMW, Mercedes, VW: Die Margen schmelzen, die Krise bleibt
Deutsche Autobauer starten schwach ins Jahr. Während US-Hersteller ihre Gewinne kräftig steigern, brechen die Ergebnisse von BMW, Mercedes und Volkswagen ein.
- Deutsche Autobauer mit Umsatz und Gewinnrückgang
- China als Wandel von Cashcow zum Sorgenkind
- Sparmaßnahmen und keine schnelle Erholung
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Die weltweite Autoindustrie ist schwach ins Jahr 2026 gestartet. Besonders die deutschen Hersteller stehen unter Druck. Das zeigt eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zu den 19 größten Autokonzernen der Welt.
Während der Branchenumsatz im ersten Quartal um knapp zwei Prozent stieg, legten japanische Hersteller um vier Prozent und Konzerne aus den Vereinigten Staaten um fünf Prozent zu. Die drei deutschen Autobauer verzeichneten dagegen einen Umsatzrückgang von vier Prozent.
Beim Gewinn fällt der Abstand noch deutlicher aus. Die Hersteller aus den Vereinigten Staaten steigerten ihr Ergebnis um 83 Prozent. Die deutschen Konzerne meldeten ein Minus von 23 Prozent. Auch chinesische Hersteller gerieten unter Druck. Ihr Umsatz sank um ein Prozent, der Gewinn brach um 43 Prozent ein.
Die Profitabilität der Branche verschlechterte sich weiter. Die durchschnittliche Marge fiel von 5,3 auf 3,5 Prozent. Das ist der zweitniedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. BMW erreichte mit 6,5 Prozent Rang vier im Margenranking. Mercedes-Benz kam auf sechs Prozent, Volkswagen nur auf 3,3 Prozent.
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Constantin M. Gall von EY sieht die Krise der deutschen Autoindustrie nicht überwunden. Wegfallende Auslandsmärkte, Überkapazitäten, hohe Software-Investitionen und der langsame Hochlauf der Elektromobilität belasteten die Ergebnisse.
Besonders schwierig bleibt China
Der Absatz westlicher Hersteller sank dort im ersten Quartal um elf Prozent. Die deutschen Autobauer verkauften sogar 16 Prozent weniger Fahrzeuge. Chinas Anteil am weltweiten Absatz der deutschen Hersteller fiel auf 26,4 Prozent. Im Jahr 2020 waren es noch 39,4 Prozent.
Gall bezeichnet China als Wandel von der Cashcow zum Sorgenkind. Der Markt sei extrem wettbewerbsintensiv. Premiumfahrzeuge litten unter der schwachen Konjunktur. Im Elektrosegment bevorzugten chinesische Kunden zunehmend heimische Marken.
Die deutschen Hersteller reagieren mit Sparprogrammen, Stellenabbau, Digitalisierung und Produktionsverlagerungen. Auch der Verkauf von Werken wird geprüft. Gall sieht Deutschland als Produktionsstandort zunehmend im Nachteil, weil andere Länder niedrigere Lohn- und Energiekosten sowie zusätzliche Fördermittel bieten.
Für das laufende Jahr erwartet EY keine schnelle Erholung. Die Iran-Krise verschärft die Lage durch höhere Energiepreise, steigende Logistikkosten und mehr Inflation. Gall rechnet deshalb mit einem weiteren Krisenjahr für die Autobranche.
Diese Prognose macht die Situation für Anleger nicht einfacher. Die Aktie von VW verlor seit Anfang des Jahres bereits rund 16, die Aktie von BMW 26 und die Aktie von Mercedes 21 Prozent.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

