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Crédit Mutuel Asset Management: KI: ein Sektor geprägt von regionalen Unterschieden
- KI stützt Aktien, USA und Südkorea dominieren
- Eurozone schwächer, Zinssenkungen wahrscheinlicher
- Risiko Straße von Hormus und ansteigender Ölpreis
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Von François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management
Das KI-Ökosystem: Zuverlässige Stütze für Aktienmärkte?
Die Lage in der Straße von Hormus ist weiterhin angespannt, der Schiffsverkehr ist fast zum Erliegen gekommen, und dennoch bleiben die Aktienmärkte stabil. Der Grund dafür ist einfach und lässt sich in zwei Buchstaben zusammenfassen: KI.
Die Berichtssaison hat die sehr starke Dynamik des Sektors und vor allem die außergewöhnliche Profitabilität der Halbleiter- und RAM-Hersteller bestätigt. Dies ist ein globales Thema, der verdeutlicht, dass es derzeit wichtiger ist, in die vielversprechendsten Sektoren zu investieren, als sich auf die geografische Streuung zu konzentrieren. Zur Verdeutlichung: Es war besser, in Südkorea oder den USA zu investieren als in Europa, vor allem aber in Unternehmen wie TSMC oder ASML statt in den Gesundheits- oder Konsumgütersektor.
Die Frage ist nun, ob sich dieser Trend fortsetzen wird oder ob er allmählich zu weit geht. Bislang spiegelt der Kursanstieg dieser Unternehmen verbesserte Gewinnerwartungen wider, wobei sich die Bewertungen nicht grundlegend von denen unterscheiden, die vor zwei oder drei Jahren zu beobachten waren. Es ist zudem anzumerken, dass dies auf die meisten Aktienmärkte zutrifft: Die in diesem Jahr verzeichneten Kursgewinne sind eher auf Gewinnwachstum als auf eine Multiple-Expansion zurückzuführen.
Langfristig stellen sich jedoch mehrere Fragen, insbesondere die der Zirkularität, d.h. der Tatsache, dass die Ausgaben der einen die Einnahmen der anderen sind. Dabei handelt es sich in erster Linie um amerikanische Hyperscaler, die im Wesentlichen in ihrem eigenen Ökosystem agieren. Ob die Erträge aus diesen (noch ungewissen) Investitionen auf Dauer nachhaltig bleiben, ist fraglich. Zum Abschluss des KI-Themas sei schließlich noch der bevorstehende Börsengang von SpaceX erwähnt, dessen Unternehmenswert 2 Billionen US-Dollar erreichen könnte – das entspricht 6 % des US-BIP und würde das Unternehmen zu einem der zehn größten weltweit machen. Und das, obwohl es noch nicht profitabel ist. Die Summen, um die es hier geht, sind so hoch, dass mittlerweile alles, was mit KI zu tun hat, zu einer makroökonomischen Frage geworden ist.

