Jobs-Hammer
172.000 neue Jobs: US-Arbeitsmarkt sprengt alle Prognosen
Der US-Arbeitsmarkt läuft besser als erwartet und wächst im Mai kräftig. Anleger, die auf Zinssenkungen gehofft haben, werden hingegen enttäuscht.
- US-Arbeitsmarkt schafft im Mai 172.000 Stellen
- Arbeitslosenquote 4,3% stabil, Renditen steigen
- Gastgewerbe +70k, Gesundheit +35k, Finanz -22k
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Der US-amerikanische Arbeitsmarkt hat im Mai eine Überraschung geliefert: Mit 172.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft übertrumpfte die Wirtschaft die Konsensschätzung der Analysten von rund 80.000 Jobs um mehr als das Doppelte. Gleichzeitig wurden die Zahlen der Vormonate nach oben korrigiert: Unterm Strich kamen so noch einmal knapp 93.000 Jobs hinzu, die bisher nicht in den Statistiken standen.
Die Antwort der Finanzmärkte ließ am Freitag nicht lange auf sich warten. Die Renditen zweijähriger Staatsanleihen legten zu Aktien-Futures gaben nach.
Die Arbeitslosenquote verharrte erwartungsgemäß bei 4,3 Prozent, die Erwerbsquote blieb stabil. Der Jobmarkt zeigt sich damit in einer Art gesunder Stasis: Kaum jemand wird entlassen, aber auch die Einstellungsbereitschaft hält sich in Grenzen. Trotzdem reichte die Dynamik im Mai aus, um Ökonomen und Märkte gleichermaßen zu überrumpeln.
Das Wachstum verteilte sich breiter als zuletzt. Besonders das Gastgewerbe legte stark zu und schuf rund 70.000 neue Stellen, deutlich mehr als im Monatsdurchschnitt der vergangenen zwölf Monate.
Das Gesundheitswesen steuerte weitere 35.000 Jobs bei, darunter allein 11.000 in der ambulanten Hauspflege, was den demografischen Druck einer alternden Gesellschaft widerspiegelt.
Auf der anderen Seite verlor der Finanzsektor knapp 22.000 Stellen und liegt inzwischen rund 107.000 unter seinem jüngsten Höchststand, was Beobachter zunehmend auf den Einfluss von KI auf Bürojobs zurückführen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

