KI-Aktien im freien Fall
Nasdaq crasht ins Wochenende: Nvidia, Intel, Marvell & Co. tiefrot
Schwarzer Freitag an der Wall Street. Der starke Arbeitsmarktbericht bringt KI-Aktien ins Rutschen und lässt die Zinssenkungsträume der Anleger zerplatzen.
- Starker US-Arbeitsmarkt zerstört Zinssenkungsträume
- Halbleiterwerte brechen ein mit starken Verlusten
- Zinsängste wachsen und US-Renditen steigen stark
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Die längste Gewinnserie des S&P 500 seit Jahren ist Geschichte. Nach neun Wochen ohne nennenswerten Rücksetzer hat ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht die Stimmung an Wall Street gedreht. Der Leitindex verlor am Freitag rund 2,6 Prozent, der Nasdaq brach sogar um 4,2 Prozent ein – und das ausgerechnet eine Woche vor dem mit Spannung erwarteten IPO von Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX.
Für Tech-Aktien ist das Gift. Wachstumswerte werden an der Börse nach ihren künftigen Gewinnen bewertet. Steigen die Zinsen, schrumpft der Gegenwartswert dieser fernen Gewinne.
Besonders hart traf es die Halbleiterbranche: Chip-Champion Nvidia verlor zum Wochenschluss mehr als 6 Prozent. Die zuletzt heiß gehandelten Papiere von Marvell brachen sogar um mehr als 16 Prozent ein, Intel verlor mit 11 Prozent ebenfalls zweistellig. Die Chip-Lieblinge Micron und Sandisk verloren 13 beziehungsweise 11 Prozent.
Der Auslöser: Die US-Wirtschaft schuf im Mai rund 172.000 neue Stellen. Ökonomen hatten mit weniger als der Hälfte gerechnet. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,3 Prozent stabil. An normalen Tagen wären das Jubelmeldungen. Doch in einem Markt, der bereits nervös auf Inflationssignale reagiert, kam der Bericht zur Unzeit.
Denn gute Konjunkturdaten bedeuten für die Fed weniger Spielraum für Zinssenkungen. Mittlerweile rechnen rund 70 Prozent der Marktteilnehmer damit, dass die Fed bis zum Ende des Jahres die Zinsen erhöhen wird. Die zweijährige US-Staatsanleihe, die besonders sensibel auf Zinserwartungen reagiert, legte um zwölf Basispunkte auf 4,16 Prozent zu. Die zehnjährige Rendite übersprang die Marke von 4,5 Prozent.
Der Wirtschaftsberater von Donald Trump, Kevin Hassett, bezeichnete die Marktreaktion gegenüber Bloomberg als falsch und verwies auf den temporären Charakter von Ölpreisschocks für die Kerninflation. Präsident Trump selbst kommentierte das Geschehen via Social Media und zeigte sich irritiert über fallende Kurse trotz guter Wirtschaftszahlen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

