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Quantenspung: Deutsche Deep-Tech-Startups drängen an die Nasdaq
Ein Quantensprung von München an die Nasdaq. Zwei deutsche Quantenfirmen peilen eine dreistellige Millionenrunde an. Was hinter dem Geldregen für die Branche steckt und warum 2026 zum Schicksaljahr wird.
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Lange galt Quantencomputing als Technologie von übermorgen. Jetzt fließt das Geld, und das nicht nur im Tech-Mutterland USA. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres floss in Deutschland dreimal so viel Kapital in die Branche wie im gesamten Jahr 2025, zeigen Zahlen des Datenanbieters Pitchbook. Zwei Unternehmen bereiten Börsengänge in New York vor, ein weiteres verhandelt über eine massive Finanzierungsrunde.
Den größten Schritt macht IQM. Der deutsch-finnische Quantencomputerbauer will noch im Sommer über eine Fusion mit der Mantelgesellschaft Real Asset Acquisition an die Nasdaq. Das Verfahren, bekannt als Spac-Deal, erspart den aufwendigen klassischen Börsengang. Die Bewertung beim Listing: rund 1,8 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das bescheiden. Der amerikanische Branchenprimus Quantinuum strebt beim eigenen Börsengang in dieser Woche eine Bewertung von mehr als 12,7 Milliarden US-Dollar an.
Trotzdem hat IQM ein Argument, das zählt: Kein anderer Anbieter hat weltweit mehr Quantencomputer abgesetzt. 23 Systeme gingen bisher raus, die meisten an Forschungseinrichtungen, zwei bereits an private Technologiefirmen. Für Firmengründer Jan Goetz ist das ein Zeichen, dass die Technologie den Sprung aus dem Labor schafft. Er rechnet damit, dass Quantenrechner in wenigen Jahren regulär in der Wirtschaft zum Einsatz kommen.
Einen anderen Weg geht Terra Quantum. Das deutsch-schweizerische Unternehmen verkauft keine Hardware, sondern Simulationssoftware. Ihr jüngster Abnehmer: die US-Luftwaffe, die mit der Plattform Kommunikationssysteme unter Extrembedingungen testen will. Firmengründer Markus Pflitsch beschreibt den Auftrag als Schritt, "quantensichere Kommunikation von der Forschung in den operativen Einsatz zu überführen".
Statt der ursprünglich anvisierten Fusion mit dem SPAC Mountain Lake Acquisition, die das Unternehmen noch im April mit 3,25 Milliarden US-Dollar bewertet hätte, läuft der Nasdaq-Gang nun über die Mantelgesellschaft Axiom Intelligence Acquisition. Die neue Vereinbarung taxiert Terra Quantum auf rund 3,5 Milliarden US-Dollar, dem fusionierten Unternehmen sollen brutto knapp 190 Millionen US-Dollar frisches Kapital zufließen.
Rückenwind kommt auch von der Politik. Die US-Regierung hat mehr als 2 Milliarden US-Dollar für die Quantenförderung bereitgestellt, Europa und Deutschland ziehen nach. McKinsey erwartet, dass der weltweite Markt für Quantencomputing bis 2035 von heute rund vier auf 72 Milliarden US-Dollar wächst.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

