Earnings Preview

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    Neue Eskalation in Nahost: Wer kann jetzt trotzdem überzeugen?

    Diese in den kommenden Tagen (KW24) anstehenden US-Quartalszahlen müssen Anlegerinnen und Anleger kennen: Herausforderungen, Erwartungen und die aktuell eingepreisten Kursreaktionen – alles auf einen Blick!

    Earnings Preview - Neue Eskalation in Nahost: Wer kann jetzt trotzdem überzeugen?

    Montag, 08. Juni: Campbell's

    Während die weltweiten Aktienmärkte in den vergangenen Wochen und Monaten von einem Hoch zum nächsten eilten, fielen Konsumgüterwerte auf immer neue Mehrjahrestiefs. Besonders hart getroffen hat es den ikonischen US-Lebensmittelhersteller Campbell's, dessen Aktie in einem Jahr rund 37 Prozent an Wert verloren hat, wodurch die Dividendenrendite inzwischen über 7 Prozent beträgt, während gleichzeitig das KGV im einstelligen Bereich gelandet ist. Zu allem Überfluss fliegt die Aktie, wie Indexanbieter S&P am Freitagabend bekannt gegeben hat, außerdem aus dem prestigeträchtigen US-Gesamtmarktindex S&P 500.

    Zur Misere der Branche trägt eine Kombination aus zurückhaltenden Verbraucherinnen und Verbrauchern, dem verstärkten Trend zu Eigenmarken auch in den USA sowie steigenden Input-Kosten bei. In den vergangenen zwei Quartalen waren die Erlöse daher rückläufig, während das Umsatzwachstum in den vergangenen Jahren mit einem Plus von 2,5 Prozent fast vollständig zum Erliegen gekommen ist – insbesondere, wenn die US-Inflation mitberücksichtigt wird.

    Die Wachstumsschwäche könnte anhalten, nachdem viele US-Einzelhändler zuletzt vor der miserablen Stimmung unter US-Konsumenten gewarnt haben. Die Zahlen von Campbell's könnten diesen Sorgen weiteren Auftrieb verleihen und bei der Aktie für den nächsten Abwärtsimpuls sorgen, nachdem sich die Käuferinnen und Käufer zuletzt an einer Bodenbildung versuchten.

    Gegenüber dem Vorjahresquartal wird mit einem weiteren Umsatzrückgang von etwa 4 Prozent gerechnet. Noch deutlich höher sollen die Einbußen auf der Ertragsseite ausfallen, wo der bereinigte Gewinn je Aktie (Non-GAAP) von 0,73 auf 0,48 US-Dollar zurückgehen dürfte. Bereits im vergangenen Quartal hatte Campbell's die Erwartungen verfehlt.

    Nichtsdestotrotz wettet eine Mehrheit der Optionshändlerinnen und -händler dieses Mal auf eine nach den Zahlen steigende Aktie. 60 Prozent aller am kommenden Freitag verfallenden Optionskontrakte liegen auf der Call-Seite, denen ein Put-Anteil von 40 Prozent gegenüber steht. Eingepreist ist eine Kursreaktion der Aktie um bis zu 6,2 Prozent. In den Quartalen zuvor hat sie allerdings 5,2 und 7,1 Prozent an Wert eingebüßt.

    Campbell Soup

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    ISIN:US1344291091WKN:850561
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    Montag, 08. Juni: FuelCell Energy

    Von der in den vergangenen Wochen und Monaten hochdynamischen Rallye bei Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerten profitierten auch die in den zurückliegenden Jahren kaum gefragten Wasserstoffwerte. Die Branche steht plötzlich wieder unter verstärkter Beobachtung, weil Brennstoffzellen für die Betreiber von Rechenzentren für KI-Anwendungen interessant geworden sind. Sie bieten einerseits dezentrale Versorgungslösungen und kommen aufgrund der hohen Energiedichte andererseits als Backup-Systeme infrage. Wasserstoff ist außerdem für Kühlungslösungen geeignet.

    Zu den besonders stark gefragten Werten gehörte auch der US-Brennstoffzellenhersteller FuelCell Energy, der sich gegenüber dem Stand vor einem Jahr zeitweise fast verfünffacht hat. Vom Ausverkauf bei Technologiewerten am Freitag war die Aktie mit einem Minus von 19 Prozent allerdings überdurchschnittlich stark betroffen. Die Story gegenüber Wasserstoffwerten hat zwar an Fahrt aufgenommen, die Geschäftslage und damit auch die Unternehmensbewertungen sind aber unverändert ungünstig.

    FuelCell Energy erzielte in den vergangenen 12 Monaten Erlöse von gerade mal 169,7 Millionen US-Dollar. Daraus entstand dem Unternehmen ein operativer Verlust von 116,2 Millionen US-Dollar, während der Nettoverlust die Erlöse mit 182,4 Millionen US-Dollar sogar überstieg. Das zeigt, wie weit Unternehmen der Branche von Profitabilität und finanziell nachhaltigem Wachstum noch entfernt sind. Sollte FuelCell Energy daher mit seinen Zahlen enttäuschen, könnte das den Ausverkauf in der Branche beschleunigen und für ein endgültiges Ende der Erholungsrallye sorgen.

    Von Analystinnen und Analysten wird ein Umsatz von 40,5 Millionen US-Dollar erwartet, was um 3,1 Millionen US-Dollar über dem Vorjahresergebnis liegen würde. Der bereinigte Verlust pro Aktie soll von -1,79 US-Dollar auf -0,44 US-Dollar sinken. Das wäre bei der notorisch schwachen Profitabilität einer der größten Fortschritte in den vergangenen Jahren.

    Als überdurchschnittlich volatile Aktie muss bei FuelCell Energy mit einer Kursbewegung von bis zu 22,0 Prozent gerechnet werden – das entspricht dem Anstieg nach den im Dezember vorgelegten Quartalszahlen, während die Kursreaktion im März mit -2,9 Prozent deutlich kleiner ausgefallen war. Mit Blick auf die Verteilung dominieren bullishe Wetten den Optionsmarkt, 77,8 Prozent aller am Freitag auslaufenden Optionen sind Call-Optionen.

    FuelCell Energy

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    ISIN:US35952H7008WKN:A40CAW
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    Mittwoch, 10. Juni: Chewy

    Zu den Einzelhändlern, die zuletzt eindringlich vor schwachen Konsumausgaben und der finanziell prekären Situation gewarnt haben, gehört auch der Online-Tiernahrungshändler Chewy. Das ist umso überraschender, als der Branche in der Vergangenheit hohe Resilienz beschert wurde unter der Annahme, dass am eigenen Haustier zuletzt gespart werden würde.

    Tatsächlich lieferte Chewy, das ursprünglich vom jetzigen GameStop-CEO Ryan Cohen gegründet wurde, schon im vergangenen Quartal ein Indiz für schwache Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Erlöse kletterten um gerade mal 0,5 Prozent, was das schwächste Umsatzwachstum seit über 5 Jahren darstellte. Allerdings soll es sich nach Einschätzung von Expertinnen und Experten um eine einmalige Situation gehandelt haben. Für das aktuell abgelaufene Quartal wird ein Anstieg der Erlöse von 3,12 auf 3,35 Milliarden US-Dollar erwartet, hauptsächlich durch neue Abschlüsse im margenstarken Geschäft automatisierter Lieferungen im Abo-Modell.

    Bei der lange schwachen Profitabilität hat Chewy in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Diese Serie soll anhalten, denn bereinigte Gewinn pro Aktie wird auf 0,43 US-Dollar getippt nach 0,35 US-Dollar im Vergleichszeitraum vor einem Jahr. Damit wird auch die lange wenig attraktive Unternehmensbewertung zunehmend interessant. Für 2026 ist Chewy mit knapp dem 13-Fachen seiner erwarteten Gewinne bewertet, während das Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG) bei 0,5 und damit weiter unter dem Wert von 1 liegt, der in der Fundamentalanalyse als günstig gilt.

    Gelingt es Chewy daher, trotz der eigenen Warnung die Erwartungen zu übertreffen, könnte die Aktie vor einer Erholungsrallye stehen, nachdem sie in diesem Jahr fast 40 Prozent an Wert eingebüßt hat. Zusätzlich für Dynamik könnte die mit 11,2 Prozent hohe Leerverkaufsquote sorgen.

    Beim Tiernahrungshändler überwiegt gegenwärtig der Optimismus. Einem Put-Anteil von 41,9 Prozent steht eine Call-Qupte von 58,1 Prozent gegenüber. Die implizite Kursreaktion liegt bei ±11,8 Prozent, das ist selbst für Chewy ein überdurchschnittlich hoher Wert, knüpft aber an das Plus von 13,3 Prozent nach dem zuletzt vorgelegten Quartalsbericht an.

    Chewy Registered (A)

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    ISIN:US16679L1098WKN:A2PL6S
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    Mittwoch, 10. Juni: Oracle

    Die Anteile von Software-Anbietern und Clouddienstleistern befanden sich in den vergangenen Monaten im freien Fall. Davon wurden selbst langfristig erfolgreiche Aktien wie Microsoft nicht verschont. Ein weiterer Verlierer des branchenweiten Abverkaufs war auch SAP-Rivale Oracle. Hier kamen neben KI-Ängsten auch Sorgen um die finanzielle Gesundheit des Unternehmens und die Nachhaltigkeit der gegenwärtig hohen Investitionsausgaben hinzu.

    Für den Ausbau seiner Compute-Kapazitäten, welche Oracle anderen Unternehmen zur Verfügung stellt, hat sich das Unternehmen nämlich hochverschuldet. Die langfristigen Verbindlichkeiten sind im abgelaufenen Quartal auf 162,2 Milliarden US-Dollar geklettert. Abzüglich aller Vermögenswerte ist Oracle netto mit 123,0 Milliarden US-Dollar verschuldet. Das entspricht dem 4,5-Fachen des EBITDA, was keinen dauerhaft gesunden Wert darstellt, solange nicht die Profitabilität der KI-Investitionen deutlicher sichtbar wird. Mit einem Minus von fast 10 Prozent war daher am Freitag auch die Oracle-Aktie überdurchschnittlich stark betroffen.

    Oracle steht, auch um die Resilienz der gesamten Software-Branche einerseits und Cloud-Computing-Unternehmen andererseits unter Beweis zu stellen, am kommenden Mittwoch daher besonders in der Pflicht, nicht nur ein beschleunigtes Wachstum, sondern auch eine verbesserte Profitabilität unter Beweis zu stellen. Die Erlöse sollen gegenüber dem Vorjahresergebnis von 15,9 auf jetzt 19,1 Milliarden US-Dollar gestiegen sein. Ein Plus von 20,1 Prozent läge zwar etwas unter dem Ergebnis aus dem zurückliegenden Quartal, würde aber den zweitbesten Wert in den vergangenen 5 Jahren darstellen. Auf der Ertragsseite wird mit einem Gewinn von 1,96 US-Dollar pro Aktie gerechnet nach 1,70 US-Dollar im Vergleichszeitraum vor einem Jahr. Ein weiteres Augenmerk dürften Investoren auf die Zinskosten legen, die sich zuletzt auf fast 1,2 Milliarden US-Dollar belaufen haben. Sollten diese weiter gestiegen sein, würde das auf verschlechterte Finanzierungsbedingungen hindeuten.

    Bei Oracle dominieren nach dem Erholungsversuch der Branche in den vergangenen zwei Wochen gegenwärtig noch die bullishen Wetten. Der Call-Anteil liegt bei 63,6 Prozent, während bei Aktie mit einer Kursbewegung von bis zu 13,0 Prozent zu rechnen ist. Das wiederum zeigt gleichzeitig eine hohe Nervosität, das Mittel der vergangenen Quartale unter 10 Prozent lag.

    GameStop

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    ISIN:US36467W1099WKN:A0HGDX
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    Donnerstag, 11. Juni: Adobe

    Auch der Spezialsoftware-Entwickler Adobe war stark von der Software-Apokalypse betroffen. Die Aktie befand sich schon seit 2024 in einem anhaltenden Abwärtstrend, der sich zuletzt aber stark beschleunigt hatte, wodurch Adobe auf neue Mehrjahrestiefs gefallen ist.

    Da von einer KI-Disruption oder der Konkurrenz durch neue Mitbewerber wie Figma in der Geschäftsentwicklung bislang wenig zu sehen war, ist die Unternehmensbewertung mit dem Aktienkurs auf den niedrigsten Stand seit vielen Jahren gefallen. Für 2026 ist der Konzern mit dem 10,7-Facen seiner erwarteten Gewinne bewertet, was um über 60 Prozent unter dem 5-Jahres-Mittel liegt. Gleichzeitig ist das Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis mit einem Wert unter 1 deutlich attraktiver als beim Rest der Branche, der durchschnittlich mit einem PEG von 1,39 bewertet ist. Sollte Adobe Wachstumssorgen mit zufriedenstellenden Zahlen erfolgreich adressieren können, stehen die Chancen hier auf eine ansprechende Kursreaktion und eine Erholungsrallye besonders hoch.

    Von Wall-Street-Analystinnen und -Analysten erwartet ist ein Umsatzergebnis in Höhe von 6,45 Milliarden US-Dollar, was gegenüber dem Vorjahresergebnis von 5,87 Milliarden US-Dollar ein um 9,9 Prozent verbessertes Ergebnis darstellen würde. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll von 5,06 auf 5,81 US-Dollar geklettert sein (+14,8 Prozent). Erst im abgelaufenen Quartal hatte das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar gestartet. Sollte der Quartalsbericht darlegen, dass Adobe diese Mittel zuletzt sehr aggressiv verwendet hat, könnte das Aktie ebenfalls Auftrieb verleihen, da es belegen würde, dass auch das Management das Unternehmen auf dem aktuellen Kurs- und Bewertungsniveau für unterbewertet hält.

    Wie Oracle profitiere auch Adobe zuletzt von einer Zunahme bullisher Wetten, der Call-Anteil liegt hier bei 59,1 Prozent. Im steht eine Put-Quote von 40,9 Prozent gegenüber. Die implizite Kursbewegung liegt bei 9,6 Prozent, was für die Aktie einen etwas überdurchschnittlichen Wert darstellt.

    Adobe

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    ISIN:US00724F1012WKN:871981
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    Weitere nennenswerte US-, China-ADR-Quartalszahlen:

    Wert Datum Zeit erw EPS * erw. Umsatz erw. Kursbew. Börsenwert
    Vail Resorts Mo., 08. Juni Nachbörse 8,97 $ 1,21 Mrd. $ ± 9,3 % 4,8 Mrd. $
    Casey's Di., 09. Juni Nachbörse 3,32 $ 4,34 Mrd. $ ± 8,7 % 28,2 Mrd. $
    SailPoint Di., 09. Juni Vorbörse 0,04 $ 276,1 Mio. $ ± 17,5 % 10,3 Mrd. $
    JM Smucker Di., 09. Juni Vorbörse 2,64 $ 2,26 Mrd. $ ± 6,3 % 11,0 Mrd. $
    Uranium Energy Di., 09. Juni Vorbörse -0,01 $ 4,3 Mio. $ ± 10,7 % 6,2 Mrd. $
    Ehang Di., 09. Juni Vorbörse -0,13 $ 8,7 Mio. $ ± 14,0 % 568,3 Mio. $
    Core & Main Mi., 10. Juni Vorbörse 0,57 $ 1,89 Mrd. $ ± 9,6 % 9,8 Mrd. $
    Navan Mi., 10. Juni Nachbörse 0,01 $ 205,3 Mio. $ ± 15,6 % 5,4 Mrd. $
    Lennar Do., 11. Juni Nachbörse 1,25 $ 8,10 Mrd. $ ± 7,0 % 22,3 Mrd. $

    * Earnings per Share / Gewinn pro Aktie (Non-GAAP, bereinigt)
    ** Immobilieninvestitionsfonds (REIT), daher  Funds from Operations (FFO) statt EPS

    Stand: Sonntag, 07. Mai, 13:10 Uhr (MESZ)

    Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurMax Gross
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