Erinnerungen an GameStop
Michael Burry wettet lieber auf diese abgestürzte Aktie als auf Microsoft
Die Wall Street wird bei Lululemon immer skeptischer. Michael Burry kauft trotzdem weiter – und verweist auf den Buchwert der Aktie.
- Michael Burry kauft Lululemon trotz großer Skepsis
- Materieller Buchwert je Aktie hat sich verdoppelt
- Prognose gesenkt und Aktie stark seit Jahresbeginn
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Starinvestor Michael Burry setzt gegen die Skepsis der Wall Street weiter auf Lululemon Athletica. Der "Big Short"-Investor erklärte in einem Beitrag auf Substack, dass der Markt die finanziellen Stärken des Sportbekleidungsherstellers unterschätze – und hält die Aktie nach eigenen Angaben inzwischen sogar für attraktiver bewertet als Microsoft.
Burry erklärte, dass er derzeit sowohl bei Lululemon als auch bei PayPal ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis sehe als bei Microsoft. "Der relative Wert von Lululemon und PayPal übertrifft meiner Einschätzung nach derzeit den von Microsoft", schrieb Burry. Nach dem jüngsten Kursrutsch habe er seine Position im Bereich zwischen 110 und 115 US-Dollar je Aktie weiter ausgebaut.
Besonders verwies Burry darauf, dass sich der materielle Buchwert je Aktie in den vergangenen drei Jahren von rund 20 auf etwa 40 US-Dollar verdoppelt habe. "Ein stetig wachsender materieller Buchwert je Aktie ist heutzutage selten und ein starkes Signal", erklärte der Investor. Die schwächeren Margen im ersten Quartal führte er vor allem auf Zölle und handelsbezogene Zusatzkosten zurück. Ohne diesen Effekt hätte die Profitabilität deutlich besser ausgesehen.
Bemerkenswert ist vor allem Burrys Vergleich zur Stimmung rund um GameStop im Jahr 2019 – also noch vor dem späteren Meme-Aktien-Hype. Auf X erklärte er, dass er zuletzt nur dort eine ähnlich negative Anlegerstimmung erlebt habe wie aktuell bei Lululemon.
Die Skepsis am Markt bleibt dennoch groß. Lululemon hatte vergangene Woche mit einem schwächeren Ausblick für das zweite Quartal und einer gesenkten Jahresprognose enttäuscht. Das Unternehmen erwartet für das laufende Quartal einen Umsatzrückgang von zwei bis drei Prozent und reduzierte zugleich seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 11,0 bis 11,15 Milliarden US-Dollar. Die Aktie verlor daraufhin rund neun Prozent und liegt seit Jahresbeginn inzwischen etwa 45 Prozent im Minus.
Auch Analysten reagierten zunehmend vorsichtiger. Truist senkte das Kursziel auf 115 US-Dollar, Telsey Advisory reduzierte sein Kursziel von 175 auf 122 US-Dollar. Beide Häuser verwiesen auf eine schwache Konsumnachfrage, Probleme bei neuen Produkten und fehlende Visibilität für eine schnelle Erholung.
Zusätzlichen Druck sieht Investor Gary Black in strategischen Fehlern des Unternehmens. Er sprach von einer "katastrophalen sechsmonatigen Phase" und kritisierte unter anderem die stärkere Ausrichtung auf locker sitzende Kleidung, die seiner Ansicht nach nicht zur bisherigen Markenidentität passe. Zudem verwies er auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Konkurrenten wie Vuori, Alo und Skims.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

