KI-Boom geht weiter
Nvidia-Deal elektrisiert: Warum SK hynix jetzt plötzlich im Fokus steht
Nvidia bindet SK hynix enger an sich: Der Speicherpartner soll KI-Server, CPUs, KI-PCs und Robotik mit Technik der nächsten Generation versorgen.
- SK hynix liefert Nvidia speziell angepassten HBM
- CUDA-X beschleunigt Simulationen und Fertigung
- Mehr Druck auf Samsung und Micron durch Deal
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Nvidia und SK hynix gaben am Sonntag die Unterzeichnung einer mehrjährigen Technologiepartnerschaft bekannt, um Speicher der nächsten Generation für KI-Systeme zu entwickeln und die Halbleiterentwicklung und -fertigung zu beschleunigen. Im Rahmen der Vereinbarung gaben die Unternehmen bekannt, dass SK hynix mit Nvidia an Speicherprodukten für kommende KI-Server, CPUs, KI-PCs und Roboterplattformen zusammenarbeiten wird, um Nvidias langfristigen Speicherbedarf für seine KI-Infrastrukturpläne zu decken.
SK hynix setzt außerdem auf die CUDA-X-Software und KI-Tools von Nvidia, um Halbleitersimulationen, einschließlich Chipdesign- und Fertigungsprozessen, zu beschleunigen, teilten die Unternehmen mit. Darüber hinaus gaben die Unternehmen an, Möglichkeiten zur Integration digitaler Zwillinge in KI-Systeme zu erforschen, um Aufgaben zu automatisieren und die Entscheidungsfindung in der Fertigung zu verbessern.
SK hynix soll Speicher nicht nur für KI-Server entwickeln, sondern ausdrücklich auch für Nvidias Vera-Rubin-AI-Supercomputer, Vera-CPUs, RTX-Spark-PCs und Jetson-Thor-Roboterplattformen. Damit deckt die Partnerschaft Nvidias drei Wachstumsfelder ab: Rechenzentren, persönliche KI-PCs und sogenannte Physical AI, also Robotik und industrielle KI. Die Vereinbarung soll laut Nvidia helfen, die langen Entwicklungszyklen, die komplexe Fertigung und die hohen Investitionen bei modernem Speicher besser planbar zu machen. Reuters berichtet zudem, Jensen Huang sehe weiterhin keinen schnellen Ausweg aus den Engpässen in der Lieferkette — betroffen seien unter anderem Wafer, Packaging und Silicon Photonics.
Reuters zitiert Huang mit der Aussage, SK hynix sei Nvidias größter Speicherpartner und werde das auch bleiben. Der Deal laufe über mehr als 2 Jahre und könne verlängert werden. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Das ist vermutlich der wichtigste Börsenpunkt: HBM und andere Hochleistungsspeicher werden immer stärker kundenspezifisch für einzelne KI-Plattformen entwickelt. Reuters verweist auf einen Analysten von NH Investment & Securities, wonach die Partnerschaft den Trend verstärke, dass Speicherchips vom austauschbaren Massenprodukt zum kundenspezifischen Schlüsselbaustein werden.
Parallel kündigte Nvidia weitere Kooperationen mit südkoreanischen Konzernen an, unter anderem mit SK Telecom, Naver, Doosan, LG Group und Hyundai Motor Group. SK Telecom will mit Nvidia eine Gigawatt-große KI-Cloud in Südkorea aufbauen; die erste KI-Fabrik soll 2027 ans Netz gehen. Das ist weniger ein kurzfristiger Umsatzdeal als ein Signal für die nächste Phase des KI-Booms: Nvidia bindet den wichtigsten HBM-Lieferanten enger an sich, SK hynix erhält mehr Sichtbarkeit für künftige Kapazitätsinvestitionen, und der Speicherchipmarkt verschiebt sich weiter in Richtung strategischer Plattformpartnerschaften. Für Samsung und Micron erhöht das den Druck, bei den Speichertypen HBM4, HBM4E und künftigen Generationen technologisch mitzuhalten.
Die Aktie von Nvidia ist am Montag (10:00 Uhr, MESZ) auf Tradegate 1,58 Prozent im Plus. Ein Anteilsschein kostet 180,98 Euro. Die Aktie von SK hynix ist 5,71 Prozent im Plus. Ein Anteilsschein kostet 1.110 Euro.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion

