Nahost-Schock und Fed-Angst
Gold auf Zweimonatstief: Diese Gefahr übersehen Anleger jetzt
Gold rutscht auf ein Zweimonatstief, während Ölpreise und Zinsängste steigen. Anleger fragen sich nun: Ist das nur eine Korrektur oder der Beginn eines größeren Ausverkaufs?
- Gold rutscht auf Zweimonatstief unter 4.300 US-Dollar
- Ölpreise steigen nach Angriffen im Nahen Osten
- Starker US-Arbeitsmarkt erhöht Fed Zinserwartungen
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Der Goldpreis ist am Montag weiter gefallen. Das Edelmetall rutschte auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Monaten. Der Spotpreis für Gold sank auf unter 4.300 US-Dollar je Feinunze.
Ein starker US-Arbeitsmarktbericht schürte neue Sorgen vor einer Zinserhöhung der Federal Reserve. Zugleich trieben neue Angriffe im Nahen Osten die Ölpreise nach oben und verstärkten die Inflationsängste.
Kelvin Wong, Senior-Marktanalyst bei OANDA, verwies auf die zunehmend restriktive Haltung, die der Markt inzwischen in den Fed-Futures einpreise. Auch höhere Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen setzten Gold unter Druck. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg weiter und erhöhte damit die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall.
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Israel erklärte, am Montag militärische Ziele im Westen und Zentrum des Iran angegriffen zu haben. Berichten zufolge hatte US-Präsident Donald Trump Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zuvor geraten, von weiteren Angriffen abzusehen. Die Ölpreise stiegen daraufhin um mehr als vier US-Dollar je Barrel.
Gold gilt zwar als Schutz gegen Inflation. Steigende Zinsen belasten das Edelmetall aber meist. Denn Gold wirft keine laufenden Erträge ab.
Die US-Wirtschaft schuf im Mai den dritten Monat in Folge viele neue Stellen. Damit gewinnt der Arbeitsmarkt wieder an Kraft. Die Federal Reserve erhält mehr Spielraum, die Zinsen im Kampf gegen die Inflation hoch zu halten oder anzuheben.
Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen die Märkte eine Zinserhöhung noch vor Jahresende ein. Die Wahrscheinlichkeit für einen Schritt bis Dezember liegt demnach bei 72 Prozent. Beth Hammack, Präsidentin der Federal Reserve Bank von Cleveland, sagte laut Reuters, der Arbeitsmarkt sei weitgehend im Gleichgewicht und nahe der Vollbeschäftigung. Die hohe Inflation könne die Fed jedoch bald zu einer Zinserhöhung zwingen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
Gold wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,69 % und einem Kurs von 4.292USD auf Lang & Schwarz (08. Juni 2026, 10:06 Uhr) gehandelt.
