KI-Boom braucht Metalle
Kupfer wird zum strategischen Engpass
KI braucht mehr als Chips: Rechenzentren verschlingen bis zu 75 Tonnen Metall je Megawatt. Kupfer, Aluminium und kritische Rohstoffe könnten damit zum Engpass des globalen KI-Ausbaus werden.
Künstliche Intelligenz wird primär mit Software, Algorithmen und Datenverarbeitung assoziiert. Die physische Grundlage dieser Technologie – Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium oder Stahl – rückt dabei oft in den Hintergrund. Doch der Ausbau der globalen Cloud- und KI-Infrastruktur ist äußerst materialintensiv: Der digitale Wandel erfordert gewaltige Mengen an Basismetallen. Ohne eine gesicherte Rohstoffversorgung könnten die ambitionierten Wachstumsziele der Branche rasch an physische Grenzen stoßen.
Bis zu 75 Tonnen Metall pro Megawatt
Analysen des Global Research der Bank of America verdeutlichen den immensen Materialbedarf: Für jedes zusätzliche Megawatt an Rechenzentrumskapazität werden 60 bis 75 Tonnen Metall benötigt. Diese Rohstoffe fließen nur zu einem kleinen Teil in feine Schaltkreise oder Server. Der Großteil – zwischen 55 und 75 Prozent – wird für die massive Peripherie verbaut. Dazu zählen leistungsstarke Stromschienen, schwere Transformatorenkabel, großdimensionierte Notstrom-Batterien und komplexe Rohrsysteme zur Kühlung.
Kupfer als Nervensystem der Rechenzentren
Im Zentrum dieser Entwicklung steht Kupfer. Aufgrund seiner hervorragenden elektrischen Leitfähigkeit bei gleichzeitig wirtschaftlichen Kosten ist das Metall für die Stromversorgung der Rechenzentren unverzichtbar. Prognosen zufolge werden KI-Rechenzentren bis zum Jahr 2030 rund zwei Prozent der weltweiten Kupfernachfrage beanspruchen.
In Regionen mit starkem Infrastrukturausbau wie Nordamerika treibt der Tech-Sektor das Nachfragewachstum bereits heute massiv an. In China ist der indirekte Bedarf durch den netzseitigen Ausbau sogar für etwa die Hälfte des gesamten Wachstums der Kupfernachfrage verantwortlich.
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