Größter IPO aller Zeiten
Der berühmteste Bewertungsexperte der Welt will keine SpaceX-Aktien kaufen
Die Wall Street feiert den größten IPO aller Zeiten. Bewertungsprofi Aswath Damodaran hält SpaceX trotzdem für massiv überbewertet.
- Damodaran hält SpaceX Bewertung für zu hoch
- IPO geplant mit Kurs 135 USD und 1,8 Billionen
- Starlink profitabel, KI-Sparte mit schwachen Margen
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Der bevorstehende Börsengang von SpaceX spaltet selbst erfahrene Bewertungsprofis. Während die Wall Street den wohl größten IPO der Geschichte vorbereitet, hält der bekannte NYU-Finanzprofessor Aswath Damodaran die Bewertung des Unternehmens für zu hoch. Der oft als "Dean of Valuation" bezeichnete Professor erklärte, er werde zu diesen Preisen keine SpaceX-Aktien kaufen.
SpaceX strebt beim Börsengang einen Ausgabepreis von 135 US-Dollar je Aktie an, was einer Bewertung von rund 1,77 Billionen US-Dollar entsprechen würde. Damodaran kommt in seiner eigenen Analyse dagegen lediglich auf einen Unternehmenswert von etwa 1,25 bis 1,35 Billionen US-Dollar. "Für meinen Geschmack ist der Preis zu hoch", erklärte er.
Besonders kritisch sieht Damodaran dabei das KI-Geschäft von SpaceX rund um xAI. Das Unternehmen verfüge zwar mit Raketenstarts und dem Satelliteninternet Starlink über zwei hochprofitable Geschäftsbereiche mit starken Wettbewerbsvorteilen. Gerade die KI-Sparte sei jedoch die größte Unbekannte. Sie biete zwar enormes Wachstumspotenzial, verursache aber zugleich hohe Investitionskosten und stehe unter massivem Wettbewerbsdruck.
"Wenn Sie damit leben können, dann nehmen Sie die 1,8 Billionen US-Dollar. Wenn nicht, dann haben Sie ein Problem", sagte Damodaran im Gespräch mit CNBC.
In seinem Blog analysierte der Professor detailliert die Geschäftsbereiche des Unternehmens und kam zu dem Schluss, dass vor allem Starlink die Profitabilität von SpaceX im Jahr 2025 getragen habe. Die KI-Sparte habe dagegen die schwächsten Margen aller Bereiche ausgewiesen. Gleichzeitig hätten sich die Margen zuletzt weiter verschlechtert, weil der Wettbewerb bei großen Sprachmodellen zunehme und die Kosten für KI-Dienste stark stiegen.
Trotz seiner Skepsis schließt Damodaran ein Investment in SpaceX langfristig nicht aus. Der Professor verwies auf frühere Börsengänge wie Meta Platforms und Uber, deren Aktien nach dem IPO zeitweise massiv eingebrochen waren, bevor sich neue Chancen ergeben hätten.
Parallel bereitet die Wall Street den historischen Börsengang mit Hochdruck vor. Laut Bloomberg will JPMorgan Chase tausende vermögende Privatanleger gezielt für den IPO gewinnen. Bei einer Sonderveranstaltung in New York sollen unter anderem JPMorgan-Chef Jamie Dimon sowie SpaceX-Manager den Börsengang präsentieren. Mehr als 2.500 Kunden werden erwartet.
Mit einer möglichen Bewertung von fast 1,8 Billionen US-Dollar würde SpaceX auf Anhieb zu den wertvollsten börsennotierten Unternehmen der USA gehören. Der Börsengang an der Nasdaq ist für den 12. Juni geplant.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

