Biotech-Partnerschaft
Roche greift zu: Dieser Milliarden-Deal lässt Anleger aufhorchen
Roche steigt mit einem milliardenschweren Deal bei Nurix ein. Im Fokus steht ein vielversprechender Wirkstoff gegen Krebs, Autoimmun- und Nervenkrankheiten.
- Roche investiert bis zu 2,3 Mrd USD in Nurix
- Bexobrutideg als BTK-Degrader gegen Blutkrebs
- US-Geschäft 50/50 geteilt und Roche vermarktet global
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Der Schweizer Pharmakonzern Roche und das US-Biotechnologieunternehmen Nurix Therapeutics bündeln ihre Kräfte bei der Entwicklung und Vermarktung des Wirkstoffkandidaten Bexobrutideg. Die Vereinbarung könnte für Nurix Zahlungen von bis zu 2,3 Milliarden US-Dollar ermöglichen und sorgte an der Börse für Begeisterung. Anleger reagierten zunächst begeistert auf die Nachricht und trieben die Aktie zeitweise um mehr als 40 Prozent nach oben. Die anfängliche Euphorie flaute jedoch schnell ab, sodass der Kursgewinn auf knapp 12 Prozent zurückging (Stand 12:13 Uhr MESZ).
Milliardenzahlung und gemeinsame Vermarktung
Nach Angaben von Nurix erhält das Unternehmen zunächst 700 Millionen US-Dollar in bar. Darüber hinaus winken weitere Zahlungen, wenn bestimmte Entwicklungs-, Zulassungs- und Umsatzziele erreicht werden.
Die beiden Unternehmen wollen Bexobrutideg gemeinsam weiterentwickeln und in den Vereinigten Staaten vermarkten. Gewinne und Verluste aus dem US-Geschäft sollen jeweils zur Hälfte geteilt werden. Außerhalb der Vereinigten Staaten übernimmt Roche die Vermarktung, während Nurix Anspruch auf Lizenzzahlungen erhält.
Fokus auf Blutkrebs und Autoimmunerkrankungen
Im Zentrum der Kooperation steht Bexobrutideg, ein oral verfügbarer Wirkstoff aus der Klasse der sogenannten BTK-Degrader (Bruton-Tyrosinkinase-Degrader). Das Medikament befindet sich noch in der klinischen Entwicklung. Geplant sind weitere Studien bei chronischer lymphatischer Leukämie sowie bei anderen bösartigen Erkrankungen des B-Zell-Systems. Zudem wollen die Partner das Entwicklungsprogramm auf Multiple Sklerose und chronische spontane Urtikaria ausweiten.
Nach Unternehmensangaben soll der Wirkstoff das BTK-Protein gezielt abbauen. Damit verfolgt er einen anderen Ansatz als bisherige BTK-Hemmer, die lediglich dessen Aktivität blockieren. Das könnte insbesondere bei Patienten relevant sein, deren Erkrankung Resistenzen gegen bestehende Therapien entwickelt hat.
Roche sieht großes Potenzial
Nurix-Chef Arthur Sands bezeichnete die Vereinbarung als wichtigen Meilenstein für das Unternehmen: "Durch die Partnerschaft mit Roche, einem weltweit führenden Unternehmen in der Behandlung von B-Zell-Malignomen, ist Nurix in der Lage, das Potenzial von Bexobrutideg in verschiedenen Indikationen der Onkologie, Immunologie und Neurologie voll auszuschöpfen." Die Zusammenarbeit sei ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu einem vollständig integrierten Biotechnologieunternehmen.
Auch Roche verbindet hohe Erwartungen mit dem Kandidaten. Levi Garraway, Chief Medical Officer des Konzerns, erklärte: "Wir sind davon überzeugt, dass Bexobrutideg einen bedeutenden Fortschritt im Kampf gegen komplexe Blutkrebserkrankungen und andere Krankheiten darstellt." Roche wolle gemeinsam mit Nurix die Entwicklung möglicher Durchbrüche für Patienten beschleunigen.
Breites Entwicklungsprogramm geplant
Die Unternehmen wollen die laufenden zulassungsrelevanten Studien bei chronischer lymphatischer Leukämie fortführen und zusätzliche Untersuchungen sowohl als Einzeltherapie als auch in Kombination mit anderen Behandlungen starten. Ziel ist es, das Potenzial des Wirkstoffs in verschiedenen Krebs-, Immun- und neurologischen Erkrankungen umfassend auszuschöpfen.
Für Roche bedeutet die Partnerschaft den Zugriff auf eine innovative Technologie zur gezielten Proteinzerstörung. Für Nurix bringt sie nicht nur frisches Kapital, sondern auch die globale Entwicklungs- und Vertriebskraft eines der größten Pharmakonzerne der Welt.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
