UBS hebt Kursziel auf 60 Euro
So will Porsche bis 2030 wieder glänzen
UBS stuft Porsche von Neutral auf Kaufen hoch und sieht die Aktie bis zu 45 Prozent unterbewertet. Der Turnaround soll bis 2030 gelingen, doch 2027 droht ein hartes Jahr zu werden.
- UBS hebt Bewertung auf Kaufen, Zielkurs 60 Euro
- Margeverbesserung bis 2030 auf 13 Prozent geplant
- 2027 mit Umsatzminus neun Prozent, Ergebnis sinkt
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Die Schweizer Großbank UBS empfiehlt den Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche wieder zum Kauf. Das Kursziel wurde von 40 auf 60 Euro angehoben, was beim aktuellen Kurs von rund 48 Euro einem Aufwärtspotenzial von knapp einem Viertel entspricht. Auf Sicht von zwei Jahren halten die Analysten sogar bis zu 45 Prozent Kursanstieg für möglich.
Die Porsche-Aktie reagierte am Montag freundlich auf das Analysten-Lob und kann rund 3,5 Prozent zulegen.
Hintergrund ist eine grundlegende Neubeurteilung der mittelfristigen Perspektiven. Nach Jahren mit strategischen Fehlentscheidungen, überstürzter Elektrifizierung und einer strukturell zu teuren Kostenbasis sieht UBS das Unternehmen unter der neuen Führung auf dem richtigen Weg. Die Analysten erwarten, dass Porsche seine operative Marge bis 2030 von derzeit rund sieben Prozent auf knapp 13 Prozent steigern kann. Beim Gewinn je Aktie kalkulieren sie mit gut vier Euro, beim freien Cashflow mit annähernd vier Milliarden Euro.
Der Schlüssel liegt laut UBS in drei Hebeln: einem neu ausgerichtetem Produktportfolio, entschlossenem Kostenabbau und dem Wegfall von Sonderbelastungen aus dem Jahr 2025. Allein die Bereinigung einmaliger Abschreibungen und Restrukturierungskosten soll gut drei Milliarden Euro Ergebnisverbesserung liefern. Hinzu kommt die Rückkehr des Verbrenner-Macan ab Mitte 2028 sowie ein neues Hochpreis-SUV mit drei Sitzreihen, das 2029 auf den Markt kommen soll. Für 2030 ist ein weiteres Sportwagenmodell geplant.
Ein Stellenabbau im mittleren vierstelligen Bereich könnte die laufenden Kosten bis 2030 um rund eine Milliarde Euro drücken. Entsprechende Ankündigungen werden spätestens zum Kapitalmarkttag im Oktober erwartet.
Nicht verschwiegen wird dabei das schwierige Jahr 2027: Weil der Verbrenner-Macan vorübergehend aus dem Programm fällt, rechnet UBS mit einem Umsatzrückgang von neun Prozent auf 32 Milliarden Euro und einem Ergebnisrückgang von rund 600 Millionen Euro. Der Konsens der Analysten liege hier noch deutlich zu optimistisch. Allerdings, so die Einschätzung, dürfte die operative Marge dennoch stabil bei knapp sieben Prozent bleiben.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
