Gibt es noch Hoffnung?
Silberpreis bald im freien Fall: Das sieht jetzt ganz übel aus!
Explodierende Energiepreise und steigende Anleiherenditen setzen den Edelmetallmarkt unter Druck. Besonders dünn ist das Eis jetzt für Silber geworden.
- Energiepreise und Anleiherenditen belasten Silber
- Unterstützung bei 70 und 200-Tage-Linie gefährdet
- Technische Indikatoren schwach Rückgang bis 50 möglich
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Edelmetall nach Blow-Off-Top nicht mehr gefragt
Seit dem Blow-Off-Top im Januar gab es für die Anlegerinnen und Anlegern von Edelmetallen nichts mehr zu holen – zumindest nicht auf der Long-Seite. Trotz einiger Zwischenanstiege befinden sich Gold und Silber seither in den Abwärtsbewegungen.
Hierfür ist neben einer veränderten Marktstruktur und der Fokussierung von Investoren auf den Technologie- und Halbleiterbereich auch der Iran-Krieg verantwortlich. Die explodierenden Energiekosten sorgen für steigende Inflations- und Zinserwartungen. Für zinslose Assets wie Edelmetall bedeuten steigende Anleiherenditen seit jeher Gegenwind.
Hält diese Erholung nicht an, wird das Eis dünn
Am Montag kann sich Silber, das um den Jahreswechsel herum im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit vieler Anlegerinnen und Anleger stand, zwar geringfügig vom Abverkauf am Freitag erholen, der nach überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten eingesetzt hatte. Doch charttechnisch zeichnet sich bereits die nächste Abwärtswelle ab.
Silber unter Druck, wichtiger Support in Gefahr
Nach dem gescheiterten Anstiegsversuch über den Widerstand bei 90 US-Dollar Anfang Mai legte Silber nach einer mehrwöchigen Zwischenrallye wieder den Rückwärtsgang ein. Das Unterschreiten der Marke von 80 US-Dollar per Abwärtslücke – eigentlich ein technisch starkes Verkaufssignal – führte zwar nicht umgehend auch zur Aufgabe der 50-Tage-Linie, setzte diese aber anhaltend unter Druck.
Diesem musste sie schließlich in der vergangenen Woche beugen, sodass jetzt ein Verkaufssignal vorliegt. Dessen Auftreten kommt zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt, denn durch die jüngsten Verluste steht der Unterstützungsbereich um 70 US-Dollar zur Disposition.
Hier verläuft nicht nur eine horizontale Unterstützung, sondern auch die Aufwärtstrend- sowie die 200-Tage-Linie. Sollten diese nachhaltig aufgegeben werden, könnte für Silber die nächste Verkaufswelle bis in den Bereich um 50 US-Dollar anstehen.
Der Abwärtstrend könnte jetzt an Fahrt aufnehmen
Für ein Ausbruch nach unten und ein weiteres Verkaufssignal sprechen die schwachen technischen Indikatoren. Der Trendstärkeindikator MACD ist nicht nur unter seine Nulllinie, sondern auch seine Signallinie gefallen. Das zeigt einen an Fahrt gewinnenden Abwärtstrend an.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) notiert zwar mittlerweile im überverkauften Bereich, da aber noch keine bullishen Divergenzen vorliegen, ist eine technische Gegenreaktion des Edelmetalls noch nicht zwingend erforderlich. Im Gegenteil könnte die Schwäche weitere Schwäche nach sich ziehen.
Sollte sich Silber seinen schwachen technischen Indikatoren entziehen können – etwa, weil sich die Lage im Nahen Osten wieder entschärft und die Anleiherenditen mit den Energiepreisen sinken – würden erste prozyklische Kaufsignale oberhalb der 50-Tage-Linie wieder vorliegen. Das Kursgeschehen dürfte mittelfristig aber gedeckelt bleiben. Eine Wiederaufnahme des in den Vorjahren starken Aufwärtstrends wäre erst jenseits der 90 US-Dollar wieder zu erwarten.
Fazit: Verluste begrenzen und Abwarten ist jetzt angesagt
Bei Edelmetallen sorgt das Blow-Off-Top im Januar weiterhin für charttechnische Kopfschmerzen, die durch den Gegenwind steigender Anleiherenditen verstärkt werden. Vor allem Silber bewegt sich technisch jetzt auf äußerst dünnem Eis. Führen die schwachen technischen Indikatoren zu geringfügig weiteren Kursverlusten, müssen sich Anlegerinnen und Anleger noch einmal auf deutlich tiefere Kurse einstellen.
Wer bereits investiert ist, sollte daher einen Stopp Loss knapp unterhalb der 200-Tage-Linie setzen. Investoren, die zuletzt über einen Einstieg nachgedacht haben, sollten auf diesen zunächst verzichten und entweder auf deutlich niedrigere Notierungen im Bereich von 50 US-Dollar oder aber eine Aufhellung des Chartbilds mit ersten prozyklischen Kaufsignalen warten.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


