Neuer Erholungsversuch
Rheinmetall-Aktie: Ist eine Trendwende jetzt nur noch eine Frage der Zeit?
Trotz eines schwachen Gesamtmarktumfeldes konnte die Rheinmetall-Aktie zum Wochenauftakt punkten. Ist die Erholung bereits der Auftakt einer Trendwende?
- Rheinmetall behauptet sich trotz schwachem Markt
- Technische Lage weiter schwach mit Abwärtsdruck und Death Cross
- RSI und MACD zeigen Erholung, Kaufsignal fehlt
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Aktienmärkten Tech-Abverkauf uneinheitlich
Nach einem rabenschwarzen Freitag zeigten sich die weltweiten Aktienmärkte am Montag uneinheitlich. An asiatischen Handelsplätzen wirkte der Tech-Sell-Off noch nach, während die Verluste in Europa überschaubar blieben und sich die US-Indizes zumindest teilweise an einer Wiedergutmachung versuchten. Zu den gefragtesten Aktien gehörten die Verlierer vom Freitag, darunter beispielsweise die Halbleiterwerte Intel, Marvell und Micron.
Dass sich europäische Märkte wie der deutsche Leitindex DAX weniger stark beeindruckt zeigten, liegt auf der Hand. Hier sind Technologie- und Wachstumswerte weniger konzentriert vertreten als am US-Markt. Das bedeutet auch, dass die Kursanstiege in den Vorwochen geringer ausfielen und auch die Unternehmensbewertungen weniger deutlich aus dem Ruder gelaufen waren.
Verteidigungswerte profitieren – wenn auch nur kurz
Zu den von Anlegerinnen und Anlegern in Europa zumindest zeitweise gefragten Aktien gehörten nach dem erneuten Schlagabtausch zwischen Israel und dem Iran auch Verteidigungswerte.
Hensoldt, Renk und Rheinmetall konnten ihre Gewinne zum Handelsende zwar nicht verteidigen, doch Kaufinteresse ist grundsätzlich auch unter schwierigen Marktbedingungen vorhanden. Ist eine Trendwende der zuletzt schwachen Rheinmetall-Aktie jetzt nur noch eine Frage der Zeit?
Rheinmetall-Aktie weiter fest in der Hand der Bären
Grundsätzlich ist die Ausgangslage der Aktie aus technischer Perspektive schlecht. Diese befindet sich nach einer schwach ausgeprägten Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS) im vergangenen Jahr in einem hartnäckigen Abwärtstrend. Dieser verläuft in einem Trendkanal mit einer Breite von etwa 300 Euro und hat für eine ganze Reihe von technischen Verkaufssignalen geführt.
Zum einen hat Rheinmetall seine gleitenden Durchschnitte aufgegeben, die außerdem ein Death Cross gebildet haben. Dadurch fiel die Aktie auch durch wichtige Horizontalunterstützungen, wodurch sie auf den niedrigsten Stand seit dem Höhepunkt des Zoll-Crashs fiel. Solche 52-Wochen-Tiefs stellen ähnlich wie Mehrjahrestiefs gewichtige Verkaufssignale dar.
Erste Entspannungssignale ja, Kaufsignale aber noch keine
Trotz des Wiederaufflammens der Spannungen im Nahen Osten konnte sich die Aktie ausgehend von ihren Tiefs bislang nur wenig erholen – deutlich besser machten ihre Sache die Aktien von Hensoldt und Renk, die wenigstens ihre 50-Tage-Linien zurückerobern konnten. Ein solcher Erfolg blieb Rheinmetall angesichts der ausgeprägten Schwäche der technischen Indikatoren verwehrt.
Trotzdem gibt es erste Anzeichen dafür, dass auch die Aktie der Düsseldorfer schon bald vor einem ersten Erfolg stehen könnten. Auf bullishe Divergenzen in den Indikatoren mussten Anlegerinnen und Anleger bislang zwar verzichten, dass RSI und MACD zuletzt aber mit der Aktie angestiegen sind, ist ein ermutigendes Zeichen. Der RSI konnte den Schwächebereich so bereits in Richtung des neutralen Bereichs verlassen, sodass der Gegenwind für die Aktie nachlässt.
Das lässt sich auch vom Trendstärkeindikator MACD behaupten, der zwar noch unter der Nulllinie notiert und damit unverändert einen Abwärtstrend der Aktie anzeigt, dass er aber inzwischen über seiner Signallinie liegt, deutet auf den Verlust von Abwärtsmomentum hin. Das genügt nach längeren Korrekturphasen oft schon für eine mehrwöchige Erholung.
Fazit: Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte bis 1.000 Euro warten!
Grundsätzlich liegen prozyklische Kaufsignale nicht allzu weit entfernt. Für Rheinmetall gilt es einerseits, 1.250 Euro zurückzuerobern und andererseits die doppelte Hürde aus Abwärtstrend- und 50-Tage-Linie zu überwinden. Damit wäre auf dem Weg zu einer nachhaltigen Trendwende schon einiges gewonnen. Ein Insiderkauf oder ein positiver Analystenkommentar könnte hier bereits für einen Befreiungsschlag sorgen.
Sollte die Aktie aber abprallen oder bereits am Überwinden von 1.250 Euro scheitern, sollten Anlegerinnen und Anleger einplanen, dass die Aktie noch einmal bis oder zeitweise sogar unter 1.000 Euro fällt. Hier lägen mit Blick auf die Unternehmensbewertung allerdings gegenüber US-amerikanischen Verteidigungswerten konkurrenzfähige Bewertungsvielfache vor. Spätestens hier könnten an Rheinmetall interessierte Investoren also wieder zuschlagen und mittel- und langfristig mit Gewinnen rechnen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
Die Rheinmetall Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,74 % und einem Kurs von 1.201EUR auf Tradegate (08. Juni 2026, 19:47 Uhr) gehandelt.


