Nach DeepSeek
Nächster KI-Milliardenstar vor IPO – Anleger stehen Schlange
Das chinesische KI-Start-up StepFun strebt einen Börsengang in Hongkong an. Die Bewertung könnte bis zu 12 Milliarden US-Dollar erreichen.
- Börsengang in Hongkong mit Bewertung bis 12 Mrd
- Vor IPO 2 Mrd Dollar in Finanzierungsrunde vorab
- Ex Microsoft Manager gründete StepFun in Shanghai
- Report: SpaceX-Hype zu teuer – Diese 5 Aktien bieten bessere Chancen
Das chinesische KI-Start-up StepFun steht offenbar kurz vor einem Börsengang in Hongkong. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, könnte der entsprechende Antrag bereits in Kürze eingereicht werden. Das Unternehmen aus Shanghai wäre damit der jüngste Entwickler von KI-Modellen aus China, der den Kapitalmarkt nutzen will.
Investoren bewerten StepFun laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen mit bis zu 12 Milliarden US-Dollar. Sollte diese Bewertung Bestand haben, könnte der Börsengang zu den größten Neuemissionen in Hongkong der vergangenen Jahre zählen. Eine endgültige Festlegung steht allerdings noch aus.
Investoren treiben Bewertung nach oben
Erst im vergangenen Monat sammelte StepFun nach Angaben informierter Kreise mehr als 2 Milliarden US-Dollar in einer Finanzierungsrunde vor dem Börsengang ein. Die hohe Nachfrage verdeutlicht das wachsende Interesse von Anlegern an Chinas KI-Sektor.
Von diesem Trend profitieren auch andere Unternehmen der Branche. Die Bewertungen der KI-Firmen DeepSeek und Moonshot AI sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Beide gelten inzwischen als Aushängeschilder der chinesischen KI-Industrie.
KI-Firmen drängen an die Börse
StepFun folgt einem klaren Branchentrend. Bereits die Wettbewerber Zhipu AI und MiniMax haben in diesem Jahr den Schritt an die Börse in Hongkong gewagt. Ihre Aktienkurse legten seit dem Debüt im Januar kräftig zu. Für frühe Investoren zeichnen sich damit erhebliche Gewinne ab, sobald die Haltefristen im kommenden Monat auslaufen.
Gleichzeitig bereiten beide Unternehmen nach eigenen Angaben weitere Aktienplatzierungen auf dem chinesischen Festland vor. Auch Moonshot arbeitet an einem Börsengang in Hongkong. DeepSeek wiederum stößt laut einem Bericht des Wall Street Journal bei Investoren auf großes Interesse und wird inzwischen mit mehreren Dutzend Milliarden US-Dollar bewertet.
Hongkong profitiert vom KI-Hype
Die Börsenpläne zahlreicher KI-Unternehmen zeigen, wie stark die Branche das aktuell günstige Marktumfeld nutzen will. Hongkong hat sich in den vergangenen 12 Monaten wieder zu einem der aktivsten IPO-Standorte weltweit entwickelt. Treiber sind vor allem chinesische Unternehmen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Halbleiter und Biotechnologie.
Ex-Microsoft-Manager gründete StepFun
StepFun wurde 2023 von Jiang Daxin gegründet, einem früheren Vizepräsidenten von Microsoft. Anfang des Jahres holte das Unternehmen zudem Yin Qi als Verwaltungsratschef an Bord. Yin Qi zählt zu den Mitgründern des Gesichtserkennungsspezialisten Megvii Technology.
Zu den frühen Investoren gehören der Technologiekonzern Tencent, die Venture-Capital-Gesellschaft HSG sowie staatlich unterstützte Investoren aus Shanghai.
Vor dem möglichen Börsengang beschleunigt StepFun die Entwicklung neuer Produkte. Ende Mai stellte das Unternehmen das multimodale Modell "Step 3.7 Flash" vor, das für autonome KI-Anwendungen entwickelt wurde.
Neben KI-Modellen für Unternehmen entwickelt StepFun auch Systeme für Fahrzeuge, Smartphones und andere elektronische Geräte. Dafür arbeitet die Gesellschaft unter anderem mit dem Autohersteller Geely sowie den Smartphone-Anbietern Oppo und Honor zusammen.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

