Bernstein bleibt bullish
Steigt Bitcoin trotz Absturz auf ein neues Allzeithoch bis Jahresende?
Trotz des Krypto-Crashs hält Bernstein an einem Bitcoin-Kursziel von 150.000 US-Dollar bis Jahresende fest. Das steckt dahinter.
- Bernstein hält Bitcoin-Ziel 150000 US-Dollar
- Kapitalzuflüsse in Bitcoin-ETFs gingen um 80 Prozent
- Anlegerbasis wird von Institutionen dominiert
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Bitcoin notiert am Dienstagmorgen bei 63.470 US-Dollar und liegt damit zwar 1,4 Prozent im Plus, auf Wochensicht steht jedoch weiterhin ein Minus von 10 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat die weltweit größte Kryptowährung bereits 28,7 Prozent an Wert verloren. Vom Allzeithoch im Oktober von 126.198 US-Dollar beträgt der Rückgang inzwischen über 50 Prozent.
Während viele Marktteilnehmer den jüngsten Kursverfall als Warnsignal für ein Ende des Bitcoin-Booms interpretieren, schlagen Analysten der US-Investmentfirma Bernstein einen deutlich anderen Ton an. In einer Mitteilung argumentiert das Global Digital Assets Team des Hauses, dass die aktuelle Schwächephase weniger auf strukturelle Probleme hindeute – sondern vielmehr auf eine tiefgreifende Veränderung innerhalb des Marktes.
Milliardenabflüsse bei ETFs
Besonders auffällig ist der drastische Rückgang der Kapitalzuflüsse in Bitcoin-Produkte. Laut Bernstein summieren sich die Nettozuflüsse aus Bitcoin-ETFs sowie Unternehmenskäufen in diesem Jahr bislang nur auf rund 12 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2025 flossen noch rund 60 Milliarden US-Dollar in den Markt. Das entspricht einem Rückgang von 80 Prozent.
Für viele Beobachter wäre ein solcher Kapitalabzug ein klares Warnsignal. Bernstein sieht darin jedoch keine fundamentale Schwäche des Netzwerks oder der Anlageklasse selbst. Stattdessen deute die Entwicklung darauf hin, dass sich die Anlegerstruktur grundlegend verändert.
Privatanleger wechseln zu KI-Aktien
Nach Einschätzung der Analysten haben sich viele Privatanleger in diesem Zyklus verstärkt dem Boom rund um Künstliche Intelligenz und KI-Aktien zugewandt. Technologieunternehmen mit KI-Fokus dominieren seit Monaten die Aufmerksamkeit an den Aktienmärkten und ziehen große Teile des spekulativen Kapitals an.
Bitcoin verliere dadurch zwar kurzfristig an Dynamik, gewinne jedoch gleichzeitig an Stabilität. Denn die verbleibende Investorenbasis werde zunehmend von institutionellen Akteuren dominiert – darunter Pensionsfonds, Staatsfonds sowie börsennotierte Unternehmen mit Bitcoin-Reserven.
"Diese Reifephase von Bitcoin wird aus unserer Sicht unterschätzt", schreiben die Bernstein-Analysten. Die Analysten betonen zudem, dass ein "langweiliger" Bitcoin-Markt nicht zwangsläufig gegen die langfristige Investmentthese spreche. Vielmehr unterstütze die geringere Volatilität das Narrativ von Bitcoin als digitalem Wertspeicher.
Bernstein hält an Bitcoin-Ziel von 150.000 US-Dollar fest
Trotz der aktuellen Marktschwäche hält Bernstein an seinem langfristigen Kursziel fest. Die Analysten erwarten weiterhin, dass Bitcoin bis zum Jahresende auf 150.000 US-Dollar steigen könnte.
Bernstein argumentiert, dass die derzeitige Konsolidierungsphase den Grundstein für einen nachhaltigeren Markt legen könnte – getragen weniger von spekulativer Euphorie als von institutioneller Nachfrage und langfristiger Kapitalallokation.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Bitcoin wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,47 % und einem Kurs von 63.373USD auf CryptoCompare Index (09. Juni 2026, 08:18 Uhr) gehandelt.

