Aktie bricht 23 % ein
Nicht Novo: Diese Wegovy-Konkurrenz schockt Anleger mit Nebenwirkungen
Hohe Abbruchraten und Magen-Darm-Probleme sorgten bei Zealand Pharma für einen massiven Ausverkauf. Am Dienstag startet die Aktie einen Reboundversuch.
- Survodutide mit hohen Abbruchraten durch Nebenwirkungen
- Aktie stürzte stark ab und startete Reboundversuch
- Chancen bei Fettleberreduktion trotz Sicherheitsfragen
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Der dänische Biotechkonzern Zealand Pharma hat mit neuen Studiendaten zu seinem Abnehmmedikament Survodutide einen massiven Kurseinbruch ausgelöst. Die Aktie verlor am Montag bis zu 23 Prozent und weitete damit ihren Absturz seit Jahresbeginn auf fast 50 Prozent aus.
Auslöser waren neue Sicherheitsdaten zu Survodutide, das Zealand an Boehringer Ingelheim lizenziert hat. Zwar erreichte das Medikament in einer Phase-III-Studie seine wichtigsten Ziele und zeigte deutliche Effekte beim Gewichtsverlust. Gleichzeitig sorgten jedoch hohe Abbruchraten wegen Nebenwirkungen für massive Verunsicherung unter Anlegern und Analysten.
Über alle Dosierungsgruppen hinweg brachen 19 Prozent der Teilnehmer die Behandlung wegen Magen-Darm-Beschwerden ab. In der Placebo-Gruppe lag dieser Wert lediglich bei 2,9 Prozent. Besonders kritisch: Mehr als 40 Prozent der Patienten berichteten über Erbrechen. Analysten von Barclays bezeichneten die Daten deshalb als "enttäuschend" und warnten, Sicherheit und Verträglichkeit blieben das zentrale Problem.
Auch Analysten von Citi äußerten Zweifel am kommerziellen Potenzial des Medikaments. Die Häufigkeit von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall liege deutlich über dem Niveau etablierter Konkurrenzprodukte wie Wegovy von Novo Nordisk oder Zepbound von Eli Lilly and Company.
Dabei gilt der Markt für Abnehmmedikamente als einer der lukrativsten Wachstumsbereiche der Pharmaindustrie. Experten rechnen damit, dass der globale Markt bis zum Ende der 2030er Jahre auf mehr als 100 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte. Entsprechend hoch ist der Druck auf neue Anbieter, sich gegen die dominierenden Produkte von Novo Nordisk und Eli Lilly zu behaupten.
Boehringer Ingelheim versucht deshalb, Survodutide gezielt für Patienten mit Begleiterkrankungen wie Fettlebererkrankungen zu positionieren. Gerade dort sehen Experten noch Chancen für eine Differenzierung gegenüber der Konkurrenz. Studien zufolge verringerte das Medikament den Leberfettanteil um bis zu 63 Prozent, während die Muskelmasse weitgehend erhalten blieb.
Trotzdem bleibt die Nervosität groß. Bereits im März hatte Zealand Pharma den schlimmsten Kurseinbruch seiner Geschichte erlebt, nachdem ein weiteres experimentelles Medikament gegen Adipositas
Anleger mit schwächeren Gewichtsverlustdaten enttäuscht hatte.
Zealand-Chef Adam Steensberg hatte zuletzt noch vor einer "Olympiade der Gewichtsabnahme" gewarnt und erklärt: "Ich glaube, sehr, sehr bald werden die Menschen erkennen, dass es nicht um die Zahl der Gewichtsabnahme geht, sondern darum, wie man diese Zahl erreicht."
Am Dienstag setzt eine Gegenbewegung ein. Die Aktie gewinnt zeitweise wieder mehr als sechs Prozent, nachdem einige Anleger den massiven Ausverkauf vom Vortag offenbar für Einstiegskäufe nutzen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

