Die Inflations-Angst
So tief könnte Gold diese Woche noch abrutschen
Gold hat gerade den stärksten Wochenverlust seit März verzeichnet. Jetzt könnte ausgerechnet der US-Inflationsbericht den nächsten Ausverkauf auslösen.
- Gold verzeichnet stärksten Wochenverlust seit März
- US-Inflationsbericht könnte weiteren Ausverkauf auslösen
- Geopolitische Entspannung schwächt Gold als Hafen
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Der Goldmarkt gerät vor dem wichtigen US-Inflationsbericht am Mittwoch zunehmend unter Druck. Mehrere Strategen warnen inzwischen davor, dass der Goldpreis bei überraschend hohen Inflationsdaten weiter abrutschen und sogar die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar testen könnte.
Auslöser der Nervosität sind vor allem robuste US-Konjunkturdaten und die Sorge, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hoch halten muss als bislang erwartet. Bereits der überraschend starke Arbeitsmarktbericht vom Freitag hatte den Goldpreis massiv belastet. Gold verlor innerhalb weniger Tage fast fünf Prozent und verzeichnete damit den stärksten Wochenverlust seit März.
Besonders kritisch sehen Analysten die charttechnische Lage. Der Goldpreis fiel zuletzt unter seinen viel beachteten 200-Tage-Durchschnitt und sendete damit aus Sicht vieler Marktbeobachter ein klares Verkaufssignal. Forex.com-Analyst Fawad Razaqzada warnte deshalb vor einer weiteren Eskalation des Ausverkaufs.
"Das technische Bild hat sich nach dem Ausverkauf der letzten Woche spürbar verschlechtert", schrieb der Analyst. Gold sei nach dem Scheitern an der Marke von 4.500 US-Dollar zunehmend anfällig für eine tiefere Korrektur geworden. "Angesichts der aktuellen Marktstruktur kann eine Bewegung in Richtung der psychologisch wichtigen 4.000-Dollar-Marke nicht mehr ausgeschlossen werden."
Auch Ed Yardeni von Yardeni Research hält einen weiteren Rückgang für möglich. Nach dem Bruch wichtiger Unterstützungen liege die nächste große Unterstützungszone bei rund 4.000 US-Dollar je Unze.
Hintergrund ist vor allem die Angst vor erneut steigender Inflation. Für den am Mittwoch erwarteten US-Verbraucherpreisindex rechnen Ökonomen bei der Kerninflation mit einem Anstieg von 2,9 Prozent. Sollte die Inflation höher ausfallen, dürften die Erwartungen sinkender Zinsen weiter zurückgehen. Das würde den US-Dollar stärken und gleichzeitig Druck auf Gold und Silber ausüben, da Edelmetalle selbst keine laufenden Zinsen abwerfen.
Zusätzlich entspannte sich zuletzt die geopolitische Lage zwischen Iran und Israel leicht, nachdem beide Seiten signalisiert hatten, ihre gegenseitigen Angriffe einzuschränken. Gerade in Krisenzeiten profitiert Gold normalerweise von seiner Rolle als sicherer Hafen. Lässt die Angst vor einer Eskalation nach, verliert auch dieser wichtige Preistreiber an Kraft.
Trotz der jüngsten Verluste bleiben einige Strategen langfristig bullish. Ed Yardeni rechnet weiterhin damit, dass Gold nach dem Ende des Iran-Krieges wieder deutlich steigen könnte. Sein Kursziel liegt bei 5.500 US-Dollar bis Ende des Jahres und langfristig sogar bei 10.000 US-Dollar pro Unze.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

