EU stoppt Apples KI-Pläne
Apple scheitert mit Siri AI in Europa – Brüssel weist Vorwürfe zurück
Apple verschiebt Siri AI in der EU. Während der Konzern die DMA-Regeln verantwortlich macht, weist die EU die Vorwürfe entschieden zurück.
- Apple verschiebt Siri AI in der EU wegen DMA-Vorgaben
- EU-Kommission widerspricht, sieht Entscheidung bei Apple
- iPhone und iPad in der EU ausgesetzt, Macs und visionOS
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Der Streit zwischen Apple und der Europäischen Union über den Start der neuen KI-Plattform Siri AI spitzt sich zu. Während Apple die verschobene Einführung in der EU mit Vorgaben des Gesetzes über digitale Märkte begründet, weist die Europäische Kommission die Verantwortung entschieden zurück.
Apple hatte am Montag angekündigt, Siri AI nicht zusammen mit iOS 27 und iPadOS 27 in der Europäischen Union auf den Markt zu bringen. Der Konzern erklärte, die EU-Regulierungsbehörden hätten keine der vorgeschlagenen Lösungen akzeptiert, mit denen Siri AI eingeführt und gleichzeitig andere digitale Assistenten sicher unterstützt werden könnten.
EU-Kommissionssprecher Thomas Regnier widersprach laut Reuters dieser Darstellung am Dienstag in Brüssel deutlich. "Die Entscheidung, die Siri-KI nicht in der EU einzuführen, liegt bei Apple und ist allein Apples Entscheidung", sagte er.
Kommission: Apple erfüllte Vorgaben nicht
Nach Angaben der EU-Kommission habe Apple versucht, von den Interoperabilitätsvorgaben des Digital Markets Act ausgenommen zu werden. Dies sei jedoch keine Option gewesen.
"Apple war schlichtweg nicht in der Lage, Interoperabilitätslösungen zu entwickeln, die den grundlegenden Datenschutz- und Sicherheitsstandards der EU entsprechen", sagte Regnier. Statt eine geeignete Lösung zur Einhaltung der Vorschriften zu finden, habe Apple eine Ausnahme von den Verpflichtungen beantragt.
Apple sieht die Lage völlig anders. Der Konzern argumentiert, die von den EU-Behörden geforderte Auslegung des DMA würde konkurrierenden KI-Systemen weitreichenden Zugriff auf sensible Nutzerdaten und Gerätefunktionen ermöglichen. Dadurch könnten erhebliche Sicherheits- und Datenschutzrisiken entstehen.
Apple beklagt fehlende Einigung
Craig Federighi, Senior Vice President Software Engineering bei Apple, sagte in der Pressemitteilung: "Wir sind sehr enttäuscht, dass unsere Nutzer in der EU Siri AI auf dem iPhone oder iPad nicht nutzen können, wenn wir unsere neuen Softwareversionen später in diesem Jahr veröffentlichen."
Apple habe den Behörden verschiedene Vorschläge unterbreitet, darunter eine Sicherheitslösung namens "Trusted System Agent". Diese sollte anderen digitalen Assistenten einen kontrollierten Zugriff auf dieselben Funktionen ermöglichen wie Siri AI. Zudem habe Apple einen stufenweisen Rollout über 18 Monate vorgeschlagen. Nach Unternehmensangaben lehnte die Europäische Kommission sämtliche Vorschläge ab.
Federighi betonte zugleich, dass Apple weiter an einer Lösung arbeiten wolle. "Wir hoffen, Siri AI bald auch in der EU anbieten zu können, und werden weiterhin mit den EU-Regulierungsbehörden an einer Lösung arbeiten", sagte er. Einen konkreten Zeitplan könne das Unternehmen derzeit jedoch nicht nennen.
Mac-Nutzer erhalten Zugriff
Von der Verschiebung betroffen sind zunächst iPhone-, iPad- und damit auch viele Apple-Watch-Nutzer in der EU. Auf Macs mit macOS 27 sowie auf Geräten mit visionOS 27 soll Siri AI hingegen verfügbar sein.
Der Konflikt zeigt, wie stark die neuen europäischen Digitalregeln die Einführung moderner KI-Dienste beeinflussen. Zugleich verdeutlicht er die wachsenden Spannungen zwischen großen Technologiekonzernen und europäischen Regulierungsbehörden bei der Frage, wie Innovation, Wettbewerb und Datenschutz miteinander vereinbart werden können.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die Apple Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,59 % und einem Kurs von 259,7USD auf Tradegate (09. Juni 2026, 13:23 Uhr) gehandelt.

