So reagieren Analysten
Apple präsentiert neue KI-Funktionen, doch die Aktie zeigt sich unbeeindruckt
Der iPhone-Konzern hat auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz WWDC 2026 die nächste Generation seiner KI-Plattform vorgestellt. Das Fazit der Wall Street fällt ernüchternd aus: evolutionär, nicht revolutionär.
- Siri AI als eigene App, Modelle mit Google Gemini
- Begrenzter Nutzen ohne Zugang zu WhatsApp und Kalender
- Nicht in EU und China verfügbar, 18 Prozent Umsatz
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Im Mittelpunkt der Keynote stand ein runderneuterter Sprachassistent namens Siri AI, der nun über eine eigene App verfügt und Konversationsverläufe geräteübergreifend synchronisiert. Die zugrundeliegenden Sprachmodelle der dritten Generation entwickelte Apple gemeinsam mit Google unter Einsatz von Gemini-Technologie.
Die Apple-Aktie reagierte am Montag allerdings kaum auf die großen Ankündigungen aus Cupertino. Die Papiere gingen mit einem Minus von 1,8 Prozent aus dem regulären Handel. Und auch vorbörslich tut sich am Dienstag wenig in der Apple-Aktie, die seit Jahresanfang rund 10 Prozent zugelegt hat.
Auch bei Analysten hält sich die Begeisterung angesichts der neuen KI-Features in Grenzen. Jefferies stuft die Apple-Aktie mit einem Kursziel von 299,88 US-Dollar weiterhin als Hold ein. HSBC ist noch skeptischer und setzt das Ziel auf 260 US-Dollar, was einem Abwärtspotenzial von rund 14 Prozent entspricht.
Zusätzlich wurde bekannt, dass Apple eine Partnerschaft mit Nvidia für Blackwell-B200-Grafikchips eingegangen ist, um rechenintensive KI-Funktionen zu unterstützen. Auf Macs und iPads können Nutzer künftig per Rechtsklick Dateien, Texte oder Bilder direkt abfragen. KI-Funktionen wurden zudem tief in native Apps wie Kamera, Mail und Shortcuts integriert.
Doch die Analysten sehen strukturelle Grenzen. Entscheidend für die Qualität eines Smartphone-Assistenten sei nicht das Modell selbst, sondern der Zugang zu App-Daten, schreiben die Jefferies-Analysten.
Genau hier liegt das Problem: Die großen Internetkonzerne, denen die meistgenutzten Apps gehören, haben kaum ein Interesse daran, ihre Datenbasis mit Apple zu teilen. Solange Siri nicht auf WhatsApp-Chats, Instagram-Aktivitäten oder Google-Kalender zugreifen kann, bleibe der Assistent in seiner Nützlichkeit begrenzt, unabhängig davon, wie leistungsfähig das Modell im Hintergrund ist.
Hinzu kommen regulatorische Einschränkungen: In der EU und China wird Siri AI zunächst nicht verfügbar sein. China steht für rund 18 Prozent des Apple-Umsatzes, was den Marktzugang für die neue KI erheblich einschränkt.
Ein weiteres Risiko droht auf der Lieferkettenseite. Durch den massiven KI-Investitionsboom der Hyperscaler wie Microsoft, Amazon und Google verliert Apple seinen Status als wichtigster Abnehmer bei Halbleiterherstellern wie TSMC.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
