Kampf um kritische Rohstoffe

    19345 Aufrufe 19345 1 Kommentar 1 Kommentar

    Milliardenrennen um Seltene Erden: Warum Brasilien plötzlich im Fokus steht

    Westliche Konzerne investieren Milliarden in Brasiliens Rohstoffsektor. Doch das Land verweigert die Entscheidung zwischen den USA und China.

    Für Sie zusammengefasst
    • Brasilien besitzt 21 Millionen Tonnen Seltene Erden
    • Westliche Konzerne investieren Milliarden in Brasilien
    • Brasilien bleibt neutral, fördert Verarbeitung im Land
    • Report: Achtung, Korrektur!
    Kampf um kritische Rohstoffe - Milliardenrennen um Seltene Erden: Warum Brasilien plötzlich im Fokus steht

    Im globalen Wettkampf um Seltene Erden entwickelt sich Brasilien zu einem der wichtigsten Schauplätze. Wie das Wall Street Journal berichtet, investieren westliche Bergbauunternehmen massiv in neue Projekte und hoffen, die Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen zu verringern. Doch Brasilien verfolgt eigene Interessen und will sich weder Washington noch Peking anschließen.

    Das südamerikanische Land verfügt laut Daten des United States Geological Survey über Reserven von rund 21 Millionen Tonnen Seltener Erden. Damit liegt Brasilien weltweit auf Platz 2 hinter China. Die Rohstoffe werden unter anderem für Elektroautos, Windkraftanlagen und moderne Waffensysteme benötigt.

    Angriff auf Chinas Vormachtstellung

    Während China etwa die Hälfte der weltweiten Reserven kontrolliert, dominiert das Land vor allem die Weiterverarbeitung. Mehr als 90 Prozent der globalen Verarbeitungskapazitäten und Magnetproduktion liegen dort. Genau an diesem Punkt wollen Investoren und die brasilianische Regierung ansetzen.

    "Das ist Geologie von Weltklasse", sagte Viridis-Chef Rafael Moreno dem WSJ. Brasilien sei nun in der Lage, eine "zunehmend strategische Rolle" bei der Versorgung westlicher Volkswirtschaften mit kritischen Rohstoffen einzunehmen.

    Rund um die Stadt Poços de Caldas im Südosten Brasiliens treiben Unternehmen mehrere Projekte voran. Dort eröffnete das australische Bergbauunternehmen Viridis kürzlich eine Pilotanlage. Die kommerzielle Produktion soll 2028 beginnen. Gefördert werden sollen auch besonders begehrte schwere seltene Erden, die für hitzebeständige Hochleistungsmagnete benötigt werden.

     

    Milliardeninvestitionen fließen ins Land

    Der Rohstoffboom gewann deutlich an Dynamik, nachdem China im Jahr 2025 als Reaktion auf Handelskonflikte mit den USA Exportbeschränkungen für mehrere Seltene Erden und Magnete eingeführt hatte. Die Maßnahme machte die starke Abhängigkeit westlicher Industrien sichtbar.

    Seitdem fördern die USA neue Projekte weltweit mit Finanzierungen, Abnahmegarantien und Preiszusagen. Ein erheblicher Teil dieses Kapitals fließt nach Brasilien.

    Zu den wichtigsten Akteuren zählen die australischen Unternehmen Viridis und Meteoric sowie das kanadische Unternehmen Aclara. Im April vereinbarte USA Rare Earth die Übernahme von Serra Verde für 2,8 Milliarden US-Dollar. Serra Verde gilt als einziger Produzent außerhalb Asiens, der Seltene Erden im industriellen Maßstab aus Tonvorkommen gewinnt.

    Ihre Lieblingsaktie geschenktwallstreetONLINE und SMARTBROKER+ starten gemeinsam eine exklusive Bonus-Aktion. Eröffnen Sie bis 30.06.2026 ein Depot bei Smartbroker+ und erhalten als Willkommensgeschenk einen Anteil ausgewählter Aktien im Wert von 50 Euro!

     

    Lula setzt auf Wertschöpfung im eigenen Land

    Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva will jedoch verhindern, dass das Land lediglich Rohstoffe exportiert. Stattdessen soll eine komplette Industrie entstehen – von der Verarbeitung bis zur Herstellung hochwertiger Produkte.

    Auch Energieminister Alexandre Silveira betonte die Offenheit Brasiliens. "Brasilien steht Investitionen aus jedem Land offen gegenüber, das unsere Souveränität achtet", sagte er dem WSJ. Gespräche gebe es mit den USA, der Europäischen Union, China und weiteren Partnern.

    Bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump hatten Beobachter auf Fortschritte bei kritischen Mineralien gehofft. Eine Vereinbarung kam jedoch nicht zustande. Lula stellte anschließend klar: "Wir haben keine Präferenz."

    Neutralität sorgt für Unsicherheit

    Genau diese Haltung könnte für die USA zum größten Problem werden. Brasilien zeigt bislang kein Interesse daran, chinesische Investitionen auszuschließen. Im Gegenteil: Chinesische Unternehmen bauen ihre Präsenz im Land weiter aus. Dazu gehört auch der Elektroautohersteller BYD, der neue Industrieprojekte vorantreibt.

    Für westliche Politiker und Manager entsteht damit ein Szenario, das sie vermeiden wollten: Brasilien könnte zu einer führenden Macht bei seltenen Erden aufsteigen, ohne Teil einer westlich geprägten Lieferkette zu werden.

    "Hier bietet sich Brasilien eine riesige Chance", sagte Canaccord-Analyst Reg Spencer. "Erschwerend kommt jedoch ihre Entscheidung hinzu, sich nicht auf eine Seite zu stellen."

    Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion


    Reports
    Achtung, Korrektur!
    5 Werte vor dem Abgrund




    wallstreetONLINE Redaktion
    0 Follower
    Autor folgen
    Mehr anzeigen

    Melden Sie sich HIER für den Newsletter der wallstreetONLINE Redaktion an - alle Top-Themen der Börsenwoche im Überblick! Verpassen Sie kein wichtiges Anleger-Thema!

    Für Beiträge auf diesem journalistischen Channel ist die Chefredaktion der wallstreetONLINE Redaktion verantwortlich.

    Die Fachjournalisten der wallstreetONLINE Redaktion berichten hier mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerredaktionen exklusiv, fundiert, ausgewogen sowie unabhängig für den Anleger.

    Die Zentralredaktion recherchiert intensiv, um Anlegern der Kategorie Selbstentscheider relevante Informationen für ihre Anlageentscheidungen liefern zu können.

    NEU: Podcast "Börse, Baby!"

    Mehr anzeigen

    NEU: Podcast "Börse, Baby!"


    Verfasst vonRedakteurSaskia Reh
    wallstreetONLINE bei Google bevorzugen.Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen
    Kampf um kritische Rohstoffe Milliardenrennen um Seltene Erden: Warum Brasilien plötzlich im Fokus steht Westliche Konzerne investieren Milliarden in Brasiliens Rohstoffsektor. Doch das Land verweigert die Entscheidung zwischen den USA und China.

    Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
    Profitieren Sie von unserem Alleinstellungsmerkmal als den zentralen verlagsunabhängigen Wissens-Hub für einen aktuellen und fundierten Zugang in die Börsen- und Wirtschaftswelt, um strategische Entscheidungen zu treffen.
    • ✅ Größte Finanz-Community Deutschlands
    • ✅ über 550.000 registrierte Nutzer
    • ✅ rund 2.000 Beiträge pro Tag
    • ✅ verlagsunabhängige Partner ARIVA, FinanzNachrichten und BörsenNews
    • ✅ Jederzeit einfach handeln beim SMARTBROKER+
    • ✅ mehr als 25 Jahre Marktpräsenz
    Aktien von A - Z: # A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
    wallstreetONLINE bei X wallstreetONLINE bei Instagram wallstreetONLINE bei Facebook wallstreetONLINE bei Youtube wallstreetONLINE bei LinkedIn
    Unsere Apps: Apple App Store Icon Google Play Store Icon
    Wenn Sie Kursdaten, Widgets oder andere Finanzinformationen benötigen, hilft Ihnen ARIVA gerne. 

    Unsere User schätzen wallstreet-online.de: 4.8 von 5 Sternen ermittelt aus 285 Bewertungen bei www.kagels-trading.de
    Zeitverzögerung der Kursdaten: Deutsche Börsen +15 Min. NASDAQ +15 Min. NYSE +20 Min. AMEX +20 Min. Dow Jones +15 Min. Alle Angaben ohne Gewähr.
    Copyright © 1998-2026 Smartbroker Holding AG - Alle Rechte vorbehalten.
    Mit Unterstützung von: Ariva Smartbroker+
    Daten & Kurse von: TTMzero